Welttag des Kindes: Auch Kinder haben Rechte

Wien (OTS) - In Österreich werden jährlich Tausende Mädchen und Buben sexuell missbraucht, wobei der Großteil der Täter aus dem engen sozialen und familiären Umfeld des Kindes kommt. Einen Tag vor dem Welttag Tag des Kindes, der am 20. November begangen wird, ist der internationale Tag zur Vorbeugung von Kindesmissbrauch. Diese Tage nehmen die Österreichischen Anwälte zum Anlass, um auf die kostenlose Prozessbegleitung für Kinder hinzuweisen.

Gewalt gegen Kinder ist aus verschiedenen Gründen nach wie vor ein Tabuthema: aus Furcht, weil die Täter meistens jene Menschen sind, die Kinder eigentlich beschützen sollten und weil Kinder oft keine sicheren und vertrauenswürdigen Wege finden, darüber zu sprechen. Schätzungen der WHO zu Folge werden jährlich 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Buben Opfer sexueller Gewalt. In Österreich liegt die Zahl laut Schätzungen zwischen 10.000 und 25.000 betroffenen Kindern pro Jahr. Zur Anzeige gebracht und verurteilt wird jedoch nur ein kleiner Teil der tatsächlichen Vorfälle.

Eine Anzeige und das folgende Strafverfahren sind für die Kinder immer mit großen seelischen Belastungen verbunden. Allerdings bemühen sich die beteiligten Behörden, wie Staatsanwaltschaft und Gericht sowie die Prozessbegleiter, möglichst behutsam mit dieser Belastung der Opfer umzugehen. Die Befragung erfolgt mit besonders geschulten Mitarbeitern, immer in Abwesenheit des Täters, und wird dann als Videoaufzeichnung gespeichert, damit das Opfer möglichst wenig den Stress des öffentlichen Verfahrens verspüren muss.

In Österreich stehen in jedem Bundesland Anwälte für die Prozessbegleitung zur Verfügung. Die meisten von ihnen sind eingetragene Mediatoren und sind geübt im Umgang mit der Betreuung von Kindern. "Gerade Opfer sexueller Übergriffe haben häufig Angst sich einem Verfahren zu stellen. Prozessbegleitung bietet Kindern, die Opfer oder Zeugen von Sexual- oder Gewaltdelikten wurden sowie ihren Bezugspersonen eine umfassende und kostenlose Begleitung und Rechtsberatung", erklärt Dr. Waltraute Steger, Vizepräsidentin des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages. Die psychosoziale Prozessbegleitung beginnt idealerweise mit dem Entschluss zur Anzeige und geht über die Vorverhandlung zur Hauptverhandlung bis zum Abschluss eines allfälligen Zivilverfahrens, in dem die finanziellen Ansprüche des Opfers geltend gemacht werden.

In Österreich gibt es 5000 Rechtsanwälte, rund vierzehn Prozent davon sind Frauen. Rechtsanwälte sind bestausgebildete und unabhängige Rechtsvertreter und -berater, die nur ihren Klienten verpflichtet und verantwortlich sind. Primäre Aufgabe ist der Schutz, die Verteidigung und die Durchsetzung der Rechte Einzelner. Dritten gegenüber sind Rechtsanwälte zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet, womit auch eine völlige Unabhängigkeit vom Staat gewährleistet wird. Vertreten werden die Rechtsanwälte durch die Rechtsanwaltskammern in den Bundesländern sowie durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag, ÖRAK, mit Sitz in Wien.

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