VEÖ: Fehlende Energiestrategie der Politik zwingt zu Stromimporten

Atomstromanteil im Netz könnte von Energieversorgern rasch durch Kraftwerksneubauten minimiert werden

Wien (OTS) - Global 2000 und Greenpeace haben am Donnerstag in
einer Pressekonferenz den heimischen Stromversorgern vorgeworfen, "Geschäfte mit dem schmutzigen Strom" zu machen. Dazu stellt der Präsident des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreich (VEÖ), Leo Windtner, fest:

Die österreichische Energiewirtschaft fordert seit Jahren energiepolitische Rahmenbedingungen, unter denen die heimischen Energieversorgungsunternehmen (EVU) ihr Investitionsprogramm umsetzen können. Da in Österreich mehr Strom verbraucht wird als im Inland erzeugt werden kann, muss die fehlende Energiemenge aus dem Ausland zugekauft werden. "Wir sind durch fehlende Kraftwerkskapazitäten vom Netto-Stromexporteuer zum Netto-Stromimporteur geworden. Dieses Faktum zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, in Zukunft auf die heimische Stromerzeugung zu setzen. Denn, so viel steht fest, den sichersten und sauberen Strom bekommen wir nur durch Erzeugung im eigenen Land", so Windtner.

Fehlende Kapazitäten in Erzeugung und Netzinfrastruktur
Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) prognostiziert einen Anstieg der Nachfrage nach elektrischer Energie bis 2010 um jährlich 2,3 Prozent - danach sogar um 2,7 Prozent pro Jahr. Laut einer Studie von Professor Günter Brauner von der TU Wien werden die Stromimporte - aufgrund von Verbrauchssteigerungen und unter anderem wegen aus Altersgründen vom Netz gehender Kraftwerke -bis zum Jahr 2015 bis zu einem Drittel des heimischen Stromverbrauchs ansteigen. Dem muss mit entsprechenden Investitionen in die Erzeugung und in die dazugehörige Netzinfrastruktur entgegengetreten werden. Die heimische E-Wirtschaft plant in den nächsten zehn Jahren rund 11,5 Milliarden Euro in die österreichische Versorgungssicherheit zu investieren. "Was die Branche aber benötigt, sind gesellschaftliche, politische und rechtliche Rahmenbedingungen, die es auch ermöglichen, dies umzusetzen", so der VEÖ-Präsident. "Nicht nur die Politik, auch die Bevölkerung ist hier aufgefordert, ja zu sauberen und sicheren Strom aus Österreich zu sagen", so Windtner.

Den Vorwurf, durch Zertifikatshandel Etikettenschwindel mit zugekauftem Strom zu betreiben, lässt der VEÖ-Präsident ebenfalls nicht gelten: Die Politik habe diesen Zertifikatshandel als Steuerungsinstrument initiiert. "Faktum ist, dass jeder Euro, der für so genannte RECS-Zertifikate und Herkunftsnachweise ausgegeben wird, in Österreich zu 100 Prozent als besonderes Instrument zur Förderung der Stromproduktion aus Erneuerbarer Energie und hier insbesondere der Wasserkraft, dient", betonte Windtner. Der Anteil der Stromproduktion aus erneuerbaren Energieträgern soll auch weiter ausgebaut werden.

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