"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Schüssel muss" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 17. November 2006

Wien (OTS) - Große Koalition? ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel hatte sich bis zuletzt nicht darauf einlassen wollen. Ganz im Gegenteil, Schüssel war zu seinem letzten Poker entschlossen gewesen - die Bildung einer schwarz-blau-orangen Koalition; oder Neuwahlen mit einem "unabhängigen" Spitzenkandidaten namens Karl-Heinz Grasser, um den Österreichern die Möglichkeiten zu geben, ihren "Irrtum" vom 1. Oktober wieder gut und die ÖVP zur Nummer eins zu machen.
Die Parteivorstandsmitglieder haben Schüssel nun zurückgepfiffen:
Schwarz-Blau-Orange mit Leuten wie Ewald Stadler und Peter Westenthaler erschienen ihnen dann doch ein zu hoher Preis dafür zu sein, weiter an der Macht bleiben zu dürfen; und in Neuwahlen sahen sie eine sichere Niederlage.

Während Schüssel bisher also nicht mit Alfred Gusenbauer (SPÖ) verhandeln wollte, so muss er es nun. Und zwar als Parteichef, der spätestens seit der gestrigen Maßregelung durch seine Vorstandskollegen nur noch einer auf Abruf ist.
Die besten Voraussetzungen für ein Zustandekommen einer Großen Koalition sind das ja nicht. Die ÖVP wird vielmehr konstruktive Kräfte wie Umweltminister Josef Pröll in ihr Verhandlungsteam aufnehmen müssen, wenn doch noch eine stabile Regierung möglich werden sollte.

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