Freiheitsstreben am Beispiel des Ungarn-Aufstandes 1956

Buchpräsentation und Ausstellung der Rheticus-Gesellschaft

Bregenz (VLK) - Landtagspräsident Gebhard Halder eröffnete heute, Donnerstag, im Foyer des Landtages eine Ausstellung über den ungarischen Freiheitskampf 1956 und dessen Unterdrückung durch die kommunistischen Machthaber. Seitens der Rheticus-Gesellschaft wurde dabei das Buch "Europäische Aspekte zur Ungarischen Revolution 1956" von Gerhard Wanner präsentiert.

Nach dem Tod Stalins im Jahr 1953 gab es in Ungarn einen Wechsel in der Führung der kommunistischen Regierung und Partei. Dies, die wirtschaftliche Not und die Unterdrückung der Bevölkerung führten im Oktober 1956 zum Beginn einer revolutionären Volksbewegung, die aber von der sowjetischen Armee blutig niedergeschlagen wurde, was zu über 200 Todesurteilen führte. Hunderttausende Ungarn verließen daraufhin aus Angst und Hoffnungslosigkeit über die österreichische Grenze ihre Heimat in alle Teile der Welt, so auch nach Vorarlberg.

LTP Halder: "Die ungarische Revolution war auch für den österreichischen Staat, der gerade erst ein Jahr zuvor mit dem Staatsvertrag seine vollständige Souveränität wieder erlangt hatte, eine enorme Herausforderung." Russische Truppen kämpften unmittelbar an Österreichs Grenze mit den Aufständischen. Die kommunistischen Machthaber verfolgten damals Flüchtlinge bis über die Staatsgrenze, dabei wurde sogar ein russischer Soldat erschossen. Für Österreich damals eine höchst gefährliche Situation.

In dieser heiklen außenpolitischen Lage galt es zudem, einen großen Flüchtlingsstrom von rund 150.000 Menschen zu bewältigen. Von 17. bis 25. November langten in drei Sonderzügen rund 1.900 Flüchtlinge aus Ungarn in Vorarlberg ein, die von der Bevölkerung herzlich aufgenommen wurden.

LTP Halder: "Heute nach 50 Jahren sind auch wir froh, dass Ungarn nun schon bald zwei Jahrzehnte lang wieder zum Kreis der freien Völker zählt. Seit zwei Jahren gehört Ungarn zur Europäischen Union und ist damit Teil eines Friedensprojektes, von dem wir hoffen, dass es in seinen Mitgliedstaaten auf lange Zeit hin solche Ereignisse wie jene im Jahr 1956 unmöglich macht."

Lajos Gecsenyi, Generaldirektor des Ungarischen Staatsarchivs, hielt zur Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation den Festvortrag, der die ungarisch-österreichischen Beziehungen in den Jahren 1945 bis 1956 zum Inhalt hatte. Ibolya Murber führte in die Ausstellung "Ungarn 1956 - Revolution und Flucht in den Westen" ein. Mit der Buchpräsentation und der Ausstellung, von der Rheticus-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Ibolya Murber und dem Vorarlberger Landtag realisiert, wird an den ungarischen Freiheitskampf erinnert.

Die Ausstellung im Foyer des Landtages ist bis Freitag, 1. Dezember, werktags von 8.00 bis 18.00 Uhr zu besichtigen.

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