AK Test Kfz-Leasing: Lockangebot billiges Auto? (1)

Mangelhafte Preisinformation - Spesen oft gar nicht oder ungenau angegeben

Wien (OTS) - Günstig beworben, teuer draufgezahlt: "3 Euro pro Tag", so verlockend sind Kfz-Leasing-Angebote. Aber: Was Verbraucher tatsächlich zahlen, bleibt häufig im Verborgenen. Ein AK Test vom September bei zehn Autohändlern und neun Leasinggesellschaften zeigt:
In jedem zweiten Angebot fehlte die gesetzlich erforderliche Angabe der Gesamtbelastung, also was in Summe an die Leasingfirma zu zahlen ist. AK Konsumentenschützer Christian Prantner kritisiert: "Das ist unbefriedigend, Vergleiche werden Konsumenten unmöglich gemacht."

Die AK Tester haben im September Inserate für Kfz-Leasing in Zeitungen und Magazinen gesichtet. Sie holten dann bei elf Autohändlern in Wien Angebote ein. Zehn händigten eines aus. Einer lehnte mit dem Argument ab, es sei für Private unrentabel. Die AK Tester kontaktierten auch 14 Leasinggesellschaften mit einem Kaufanbot für einen Skoda Oktavia per E-Mail (Anschaffungspreis 27.240 Euro, Eigenmittel 7.240 Euro, fünf Jahre Laufzeit, 15.000 Kilometer pro Jahr, Restwert zehn Prozent). Sie erhielten neun Angebote, zwei antworteten nicht, drei sagten, dass sie im privaten Kfz-Leasing nicht tätig wären.

3 Euro pro Tag" oder "99 Euro pro Monat" - mit niedrigen Leasingraten wird gerne geworben. "Solche Lockangebote in Werbeinseraten sagen nichts über die tatsächlichen Kosten aus", beklagt Prantner. Der AK Test zeigt: In jedem zweiten Kfz-Leasing-Angebot der Autohändler und Leasinggesellschaften haperte es mit der Angabe der Gesamtbelastung, also dem Gesamtbetrag über die Summe aller Zahlungen an die Leasingfirma über die gesamte Laufzeit. Und das, obwohl diese Preisinformation für Finanzierungsleasingverträge in der Verbraucherkredit-Verordnung gesetzlich vorgeschrieben ist. "Ein Vergleich würde sich aber lohnen", sagt Prantner. Immerhin gibt es bei der Gesamtbelastung Differenzen bis zu über 1.400 Euro (gerechnet auf fünf Jahre) zwischen günstigstem und teuerstem Angebot. Daher ist es wichtig, dass die Preisinfos angegeben sind.

Mängel gab es auch bei den Kosten, wie einmalige Bearbeitungs-oder Mietvertragsgebühr. Sie sind oft gar nicht oder ungenau angegeben. "Für Verbraucher ist die mangelhafte Angabe ärgerlich, da es auch große Unterschiede gibt", erklärt Prantner. Bei der Bearbeitungsgebühr, die bei Vertragsabschluss zu zahlen ist, verrechnen z.B. Leasinggesellschaften zwischen 54 und 180 Euro in den neun von der AK eingeholten Anboten.

Zinssätze sind kaum transparent. Nur in drei Offerten der Leasinggesellschaften war ein Zinssatz angegeben. In den Angeboten der Autohändler fehlten sie zur Gänze. "Die Zinsangabe ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber aus Verbrauchersicht wünschenswert", sagt Prantner. Die Aussage eines Auto-Verkäufers gegenüber dem Tester, dass Leasing um ein Prozent günstiger sei als ein Kredit, hilft wenig, weil das nicht nachvollziehbar ist. Auffallend: Die besuchten Autohändler ziehen Kfz-Leasing einem Kredit vor.

Prantner schlussfolgert aus dem Test: "Wenn Gesamtbelastung und Zinssätze in Angeboten nicht angeführt sind, kann der Verbraucher keine Kostenvergleiche mit anderen Leasing- oder Kreditverträgen machen." (Forts.)

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