Greenpeace: letzte Chance für den Tunfisch im Mittelmeer

"Rainbow Warrior" dokumentiert zur ICCAT-Konferenz die Tunfisch-Zucht Kroatiens

Wien (OTS) - Dubrovnik - Eine Sonderkonferenz der ICCAT, der Internationalen Kommission für die Erhaltung der Tunfischbestände im Atlantik, entscheidet in der kommenden Woche in Dubrovnik über das Schicksal des Tunfisches im Mittelmeer. Ziel der am Freitag beginnenden und bis 26. November dauernden Konferenz ist die Festlegung neuer, mehrjähriger Fangquoten für die Hochseefischerei. Greenpeace ist mit dem Flaggschiff ‚Rainbow Warrior’ vor Ort und dokumentiert die Umweltauswirkungen der Tunfisch-Farmen vor der kroatischen Küste.

"Wenn die ICCAT keine drastischen Maßnahmen zur Rettung der Tunfischbestände im Mittelmeer ergreift, ist der Rote Tun in fünf Jahren verschwunden", warnt Antje Helms, Greenpeace-Meeresbiologin aus Wien, an Bord der ‚Rainbow Warrior’. "Nächste Woche wird sich in Dubrovnik das Schicksal des Roten Tun entscheiden - es liegt in den Händen der Mitgliedsländer der ICCAT".

90 Prozent aller großen Raubfische, einschließlich der Tunfische, sind bereits aus den Weltmeeren verschwunden. Der im Mittelmeer beheimatete Rote Tun steht kurz vor dem Aus. Die derzeitigen von der ICCAT erlaubten Fangquoten überschreiten die Grenzen der Nachhaltigkeit bei weitem. Dazu kommt noch die illegale Fischerei, die vor allem durch die Nachfrage an lebenden Tunfischen, die in kommerziellen Tunfischfarmen entlang der Mittelmeerküste gemästet werden, angekurbelt wird. In zehn Mittelmeerländern sind derzeit bereits 50 Tunfischfarmen mit einer Gesamtkapazität von 50.000 Tonnen registriert. Würde man all diese Käfige mit Jungfischen besetzen, überschritte man die für das gesamte Mittelmeer festgelegte Fangquote bei weitem.

"Greenpeace fordert von der ICCAT eine drastische Reduktion der Tunfisch-Fangquote um mehr als die Hälfte auf 15.000 Tonnen pro Jahr, ein saisonales Fangverbot während der Laichzeit des Roten Tuns zwischen Mai und Juli, ein Mindestfanggewicht von 30 Kilogramm pro Fisch sowie verlässliche Kontrollen der Schiffe durch unabhängige Beobachter", erklärt Helms. Greenpeace ruft die Mitgliedsländer der ICCAT auf, endlich auf die unmissverständlichen Warnungen der eigenen Wissenschaftler zu hören und konsequente Maßnahmen zu beschließen, die den Roten Tun vor der kommerziellen Ausrottung bewahren können.

Es ist der erste Besuch eines Greenpeace-Schiffes an der kroatischen Küste. Derzeit untersucht das Team an Bord, darunter auch Antje Helms, die Auswirkungen der Tunfischzucht-Industrie an der dalmatischen Küste. Ein Tauchteam dokumentiert die Umweltbelastung durch diese Mast-Farmen - beispielsweise die extreme Belastung des Meeresbodens unter den Käfigen. Greenpeace kooperiert mit lokalen Umweltschutzgruppen, die gegen illegale Tunfisch-Zuchtstandorte an der Küste der Insel Brac ankämpfen.

Weitere Informationen: www.greenpeace.at/3991.html

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