Typisch oberösterreichisch - ein Bundesland stellt sich vor ---------------------------------------------------------------------

Wien (PK) - Unter dem Titel "Typisch oberösterreichisch" lud der Präsident des Bundesrates Gottfried Kneifel - einer langjährigen Tradition der Länderkammer folgend - heute Abend in des Parlament ein, um "sein" Bundesland zu präsentieren. Mit Freude begrüßte Präsident Kneifel die ebenso zahlreichen wie prominenten Gäste aus Oberösterreich, allen voran die Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, VP-Klubobmann Wilhelm Molterer und Staatssekretär Helmut Kukacka sowie Abgeordnete und Bundesräte.

Oberösterreich sei kein Land der Extreme, sagte Präsident Kneifel, sondern ein Land der Mitte, eine Europaregion zwischen Ost und West, die an der Donau liege, schöne Seen habe, aber auch Anteil an den Alpen und am Flach- und Hügelland. Die Oberösterreicher und Oberösterreicherinnen seien selbstbewusst und eigenständig, ihr Patriotismus sei auf das Land gerichtet, zugleich seien sie aber weltoffen und weltgewandt und verstünden, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen, sagte Präsident Kneifel.

In Oberösterreich lebten Menschen, die gerne Geschichten erzählen, sagte der Dramatiker und Autor Friedrich Zauner, dessen Stücke derzeit auf vielen Bühnen des In- und Auslandes gespielt werden. In seiner Romantetralogie "Das Ende der Ewigkeit" schildert Zauner das Leben "kleiner Leute", die Geschichte oft eher erleiden müssen als dass sie erzählen könnten. Die Handlung in Zauners nicht idyllischem Heimatroman, die in der Monarchie einsetzt, dreht sich um die heimliche Liebe eines Findelkindes zu einer Wirtstochter und deren Kampf um ein gemeinsames Leben. Zauner las aus dem vierten Band seines Werks, das vom Einbruch der Politik in die Welt des oberösterreichischen Dorfes während der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts handelt.

Die Kultur der "kleinen Leute" in Oberösterreich beleuchtete auch der Sozialforscher Roland Girtler, der als Kind einer Landärztefamilie unter Schmieden und Bergbauern am Pyhrn aufwuchs. Girtler erzählte von ihrer bunten und interessanten Kultur und bedauerte, dass deren alte Sprache langsam aussterbe. Girtler berichtete von seinen Forschungen über oberösterreichische Wilderer und nannte die vielen Vagabunden- und Rebellenfiguren in der oberösterreichischen Geschichte, die für ihn bis zu Tassilo zurückreicht, der Kremsmünster stiftete und sich gegen Karl den Großen auflehnte. Girtler erinnerte auch an den Bauernführer Stefan Fadinger, dessen Nachfahren nach Franken oder Siebenbürgern verbannt wurden, an den vagabundierenden Dichter der Landeshymne "Hoamatland", Franz Stelzhammer, und an den Gründer der "Naturfreunde", Alois Rohrauer, den Karl Renner als einen typischen Vertreter der oberösterreichischen Hammerschmiede beschrieb. Den Ungarn habe das "Land ob der Enns" als ein verheißungsvolles, paradiesisches Land mit Zuckerhutbergen gegolten, das sie "Operenz" nannten, führte Girtler weiter aus und sah in der Großzügigkeit eine der hervorstechenden Eigenschaften der einfachen Menschen in Oberösterreich, eine Eigenschaft von der auch Zigeuner berichten, denen von Landärzten geholfen wurde, wenn sie durch das Land zogen.

Für die musikalische Umrahmung des heiteren Abends sorgte die "Köckermusi" aus dem Salzkammergut mit traditionellen Melodien aus Oberösterreich sowie die Gruppe "Flamingos". Durch das vom Publikum mit viel Beifall bedachte Programm führte der oberösterreichische ORF-Moderator Wolfgang Lehner. (Schluss)

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