Neue "Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von Gabi Russwurm-Biro: Höllenfahrt aus der Ferne

Klagenfurt (OTS) - Die Amerikaner haben durch ihre Denkzettelwahl der Invasion und der Besetzung des Irak eine herbe Absage erteilt. Als erstes Zeichen einer außenpolitischen Veränderung wurde Donald Rumsfeld geschasst.
Die siegreichen Demokraten, die meisten US-Wähler und die Europäische Union freuen sich: Nun gibt es endlich die erhoffte Wende. Niemand kann heute mehr bestreiten, dass der Irak-Krieg ein schwerer Fehler war - mit vielen Opfern und ohne Erfolge. Rumsfeld verlässt die US-Streitkräfte im Irak in einem Moment, in dem sie nicht mehr siegen können.

Die Freude der Europäer über Präsident Bushs Niederlage könnte aber rasch verfliegen. Das Wahldebakel der Republikaner schwächt den Oberbefehlshaber der weltweit einzigen Supermacht, vor allem in außenpolitischen Fragen. Die Lösung einer Reihe von internationalen Problemen bleibt dringlich: Irak, Iran, Palästina, Afghanistan, Nordkorea und der weltweite Terror ...

Der Abgang von Rumsfeld, dem Mann, der die größte Verantwortung für das Fiasko im Irak trägt, ist zwar ein positives Zeichen dafür, dass es soetwas wie Rechenschaftspflicht doch noch gibt; wenn aber die USA jetzt ihre Methoden ändern, dann wird die EU auch keine Ausrede mehr dafür finden, die Höllenfahrt des Irak weiterhin nur aus der Ferne zu beobachten.

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