GBH-Bundesvorsitzender Holper: Reformprozess jetzt rasch fortsetzen!

Mit der Antragserledigung und der Schlussansprache ging der 17. GBH-Gewerkschaftstag zu Ende

Wien (GBH/ÖGB) - Die Behandlung der Anträge aus den Landesorganisationen, der Frauen, Jugend und Pensionisten an den Gewerkschaftstag, die den Delegierten heute zur Beschlussfassung vorlagen, ist einer der wichtigsten Programmpunkte beim 17. Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Bau-Holz. Diese Anträge legen die politischen Schwerpunkte der Gewerkschaft Bau-Holz für die nächsten vier Jahre fest.++++

Die Schwerpunkte der Anträge liegen bei der Verbesserung der Arbeits- sowie der sozialen Rahmenbedingungen für die Bau- und HolzarbeiterInnen. Die wichtigsten Themen waren eine neue praxisgerechte Schwerarbeitsregelung, die gerechte Finanzierung des Gesundheitssystems, Gesundheit am Arbeitsplatz, die EU-Dienstleistungsrichtlinie, die jahresdurchgängige Beschäftigung am Bau, Maßnahmen für einen sozialen Ausgleich und Gerechtigkeit, Bildung sowie die KV-Politik.

In seiner Schlussrede bekräftigte der neu gewählte Bundesvorsitzende Johann Holper nochmals die Forderungen der Gewerkschaft Bau-Holz. Holper wörtlich: "Wir werden die Umsetzung von bundeseinheitlichen Lohnordnungen und Löhnen in unseren Branchen weiterführen, wir werden im Bereich der Arbeitszeitmodelle moderne und praxisorientierte Lösungen ausarbeiten, das Jahresbeschäftigungsmodell weiterentwickeln und vieles mehr. Eines sage ich aber in aller Deutlichkeit: Wir werden auch weiterhin keiner Bestimmung unsere Zustimmung geben, die ausschließlich zu Lasten der Arbeitnehmer geht!"

Bei vielen der GBH-Forderungen, so Holper, seien die politisch Verantwortlichen gefordert, sie umzusetzen. Forderungen der GBH seien niemals im "luftleeren Raum" entstanden, so Holper, sondern immer mit wissenschaftlichen Studien und Konzepten untermauert worden. Als Zukunftsthemen der GBH nannte Holper u.a. die Leiharbeitsproblematik, das Umsetzen einer Schwerarbeitsregelung, die den SchwerarbeiterInnen auch nützt, Maßnahmen in der Aus- und Weiterbildung und die stärkere Konzentration auf internationale Gewerkschaftsarbeit.

Holper weiter: "Wenn man Zukunftsthemen erfolgreich umsetzen will, muss man sie vernetzt sehen. Das gilt für die Politik ebenso wie für uns in der Gewerkschaftsbewegung. Stärker wird man, wenn man bei wichtigen Themen verlässliche Partner hat, die gemeinsam an einem Strang ziehen.Solche Partner sehe ich in der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung und in der Gewerkschaft der Chemiearbeiter, die mit uns in einer Kooperation der Produktionsgewerkschaften unter dem Titel pro.ge eng zusammenarbeiten. Die Vorteile liegen auf der Hand:
Die Probleme und Anforderungen ebenso wie die Arbeitsbedingungen sind im gesamten Produktionssektor sehr ähnlich. Es gibt daher viele Themenbereiche, die allen drei Gewerkschaften besonders am Herzen liegen und die sie nun noch mehr als bisher auch gemeinsam in Angriff nehmen. Auch im Zuge der ÖGB-Reform vertreten wir eine gemeinsame Meinung, die aus unseren Erfahrungen in der Praxis resultiert: Ein starker ÖGB als Dachorganisation befasst sich mit politischen Grundsatzfragen, leistet Grundlagenarbeit für die Gewerkschaften und nimmt die Repräsentanz der Gewerkschaftsbewegung nach außen wahr. Die Fachgewerkschaften kümmern sich weiterhin um die gewerkschaftlichen Kernaufgaben und finanzieren solidarisch das Dach ÖGB. Wichtig ist, dass alle Mehrgleisigkeiten beseitigt werden. `Ein Betrieb - eine Gewerkschaft´ muss unser Ziel lauten."

Abschließend bedankte sich Holper bei allen Delegierten für das Vertrauen, das durch seine Wahl zum Bundesvorsitzenden in ihn gesetzt wurde, und beim scheidenden Bundesvorsitzenden Johann Driemer für sein jahrzehntelanges großes Engagement und betonte, dass auch in der GBH der begonnene Reformprozess mit aller Kraft gemeinsam fortgesetzt werde: "Ich werde meine Aufgabe mit großem Einsatz und großer Freude wahrnehmen und ich werde gemeinsam mit meinem Team beweisen, dass die GBH auch weiterhin ein Vorzeigemodell für eine moderne, zukunftsorientierte Gewerkschaft sein kann und wird. Wir haben einen erfolgreichen 17. Gewerkschaftstag der GBH erlebt, dessen Motto `Mit Mut und Visionen in die Zukunft´ für mich wie uns alle auch das Motto für die Arbeit der nächsten vier Jahre sein wird."

Mit der Schlussrede des neu gewählten Bundesvorsitzenden endete der 17. ordentliche Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Bau-Holz.

ÖGB, 9. November
2006 Nr. 743

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