Amon: Sinnhaftigkeit der PISA-Studie überdenken

PISA hat Stimmung erzeugt, in der gedeihliche Zusammenarbeit nur mehr schwer möglich

Wien, 9. November 2006 (ÖVP-PK) Nachdem nun auch in Deutschland große Zweifel an der Richtigkeit und Vergleichbarkeit der PISA-Ergebnisse aufkommen, "stellt sich überhaupt die Frage, inwieweit eine Vergleichbarkeit derartiger Studien gegeben ist", sagte ÖVP-Bildungssprecher Abg.z.NR Werner Amon. Das, "was ich schon seit längerem kritisiert habe, nämlich dass teilweise Äpfel mit Birnen verglichen werden, hat etwa in Österreich und Deutschland dazu geführt, dass im Bildungssystem eine Stimmung entstanden ist, in der ein gedeihliches Zusammenarbeiten schwer möglich ist", so der ÖVP-Bildungssprecher, der die Bildungsminister der europäischen Staaten dazu aufforderte, "im Rahmen des europäischen Rates der Bildungsminister die Sinnhaftigkeit der Durchführung derartiger Studien zu überdenken". ****

Durch "selbsternannte Bildungsexperten und ihre oft viel zu
weit gehenden Schlüsse aus einer Studie, die an einem Tag drei Teilbereiche abprüft", sei "manchmal mehr kaputt gemacht worden, als man durch neue Erkenntnisse gewonnen hat", so Amon. So habe man etwa aus PISA versucht, eine "Systemfrage abzuleiten" - ein
Schluss, der "offensichtlich jeder Grundlage entbehrt", was als "außerordentlich problematisch" einzustufen sei. Es werde wahrscheinlich wesentlich sinnvoller sein, "auch bei
internationalen Studien stärker auf den Output der Bildungssysteme" abzustellen, wie das vielfach ja schon gemacht werde, und etwa zu hinterfragen, was die Absolventen eines Bildungssystems für Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten bzw. wie der spätere Erfolgsweg in Beruf und Studium aussehe.

Wesentlich sei es aber auch, klar zu machen, dass eine Studie
wie PISA "eben nur drei Fächer abgeprüft hat - und andere wesentliche Elemente eines Bildungssystems wie etwa die humanistische Bildung, musisch-kreative Angebote oder auch die Fremdsprachenkompetenz völlig unter den Tisch fallen", sagte Amon. Die ÖVP habe daher immer die Position vertreten, "alle internationalen Studien mit Besonnenheit auf wichtige Anregungen zu überprüfen, aber nicht - wie manch andere Partei - einer Studie, die in ihrer Komplexität offensichtlich noch in den Kinderschuhen steckt, den alleinigen Anspruch, alles aussagen zu können, zuerkannt", so der ÖVP-Bildungssprecher abschließend.

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