ÖAMTC: Bei schönem Wetter und guter Stimmung sinkt das Risikobewusstsein

September war unfallträchtigster Monat des Jahres - Club-Psychologin analysiert Unfallgeschehen

Wien (OTS) - Im September 2006 gab es um ein Drittel mehr Verkehrstote (plus 26 Getötete) als im gleichen Monat des Vorjahres. Nur ein Monat zuvor, im August diesen Jahres, gab es allerdings um 33 Getötete (rund 40 Prozent) weniger als noch 2005. "Der September heuer war extrem schön, warmes Wetter über Wochen. Das motiviert die Leute wegzufahren, etwas zu unternehmen. Die schönen Tage wurden vor allem für letzte Ausfahrten mit Auto, Motorrad oder Radtouren genützt", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. Der Einfluss des schönen Wetters zeigt sich auch in einer Zunahme der Unfälle und der Getöteten. Laut Statistik Austria gab es mehr getötete Pkw-Insassen (+16), Fußgänger (+6), Radfahrer (+3) und Motorradfahrer (+2). Im September 2006 wurden drei Kinder im Straßenverkehr getötet, im Vorjahr keines.

Das Wetter allein ist aber nicht die Unfallursache, viel eher das, was es mit sich bringt. Denn: "Sonnenschein und trockene Fahrbahn, gepaart mit positiver Stimmung, lassen einen oft nicht an mögliche Gefahren denken. Das Gefahren- und Risikobewusstsein gerät bei sehr guter Wetterlage leicht in den Hintergrund", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Außerdem fördert das schöne Wetter ein geändertes Mobilitätsverhalten: Es ist mehr los auf den Straßen. Das verlangt den Verkehrsteilnehmern mehr Disziplin und Aufmerksamkeit ab. Mehr Verkehrsaufkommen bedeutet, sich auch auf mehr unvorhersehbare Situationen einstellen zu müssen. Erhöhte Vorsicht und Rücksicht auf andere ist das Um und Auf. "Wetterbedingungen kann man nicht ändern, sein Fahrverhalten aber schon. Das gilt sowohl für schlechtes Wetter als auch für sehr gutes und das, was damit zusammenhängt", so die ÖAMTC-Expertin.

Im Vergleich zum September war der heurige August verregnet, das Wetter bei weitem nicht so schön. Als ein Mitfaktor schlägt sich das auch in der Unfallstatistik nieder. "Gesamt betrachtet, sind die Unfallzahlen rückläufig. Wichtig ist es die Zahlen des ganzen Jahres zu betrachten und Unfälle hinsichtlich der Ursachen genauer zu analysieren. Ausreißer wird es immer geben, das zeigt auch der tragische Unfall in Niederösterreich vor wenigen Wochen, bei dem gleich sechs Personen getötet wurden", so die ÖAMTC-Expertin abschließend.

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