AK: Unterschiedlichen Schadstoffausstoß bei Dieselmotoren endlich kennzeichnen

Kfz-Pickerl auch für alle Baumaschinen - diese stoßen mehr Schadstoff aus als sämtliche Autos zusammengerechnet

Wien (OTS) - Dieselmotor ist nicht gleich Dieselmotor - auch, was die Schadstoffmenge angeht. Statt pauschaler Fahrverbote für Pkw will die Arbeiterkammer (AK) eine Kennzeichnung von Lkw, Off-Road-Maschinen und Diesel-Pkw: So soll transparent werden, wie viel Schadstoff diese jeweils ausstoßen. Das würde auch zur Bewusstseinsbildung der Konsumentinnen und Konsumenten beitragen, meint die AK heute, Donnerstag, bei einer AK Fachveranstaltung. Expertinnen und Experten debattieren über aktuelle Herausforderungen rund um den Dieselantrieb, die sich vor allem durch Partikelfilter, Katalysator und Biodieselbeimengung ergeben. Denn Umweltprobleme haben den Dieselantrieb trotz niedrigem Treibstoffverbrauch in Verruf gebracht. Die AK verweist auf eine "Vollzugslücke": Vergleichsweise wenige Off-Road-Maschinen, also zum Beispiel Baumaschinen und Traktoren, stoßen mehr Schadstoff aus sämtliche Pkw in Summe. Es wird also mit zweierlei Maß gemessen, kritisiert die AK und fordert regelmäßige Prüfungen auch für diese Maschinen.

Fast die Hälfte der EU-Bevölkerung lebt in urbanen Ballungsräumen, wo Grenzwerte für Feinstaub überschritten werden. Allein im vergangenen Jahr konnten alle österreichischen Landeshauptstädte die Feinstaub-Grenzwerte nicht einhalten. Auch bei bodenna-hem Ozon liegt die Situation im Argen. Auslöser sind Stickoxidemissionen aus Diesel-Motoren. Daher werden allgemeine Fahrverbote verhängt. Davon können selbst neue schadstoffärmere Pkw mit Partikelfilter und Katalysator betroffen sein, obwohl sich der Dieselmotor motortechnisch durch ein hohes Drehmoment, einen niedrigen Verbrauch und geringeren CO2-Austoß auszeichnet.

Eine Lösung kann die Kennzeichnung von Pkw und Lkw auf Basis der geltenden EURO-Schadstoffnormen sein - so wären Fahrverbote verursachergerechter und eine bessere Bewusstseinsbildung leichter zu realisieren. Damit hätten schadstoffärmere Pkw auch einen Vorteil. Das Anbringen einer Prüfplakette könnte bei der periodisch stattfindenden Kfz-Überprüfung ohne großen bürokratischen Aufwand erfolgen (Kfz-Pickerl nach § 57a).

Laut Umweltbundesamt (UBA) waren 2003 Pkw für 1.910 Tonnen Schadstoffausstoß verantwortlich. Die gesamte Lkw-Flotte (leichte und schwere Nutzfahrzeuge) verursachte 2.960 Tonnen, und so genannte Off-Roader, hauptsächlich Traktoren und Baumaschinen, jeweils 3.300 Tonnen Feinstaub aus Dieselverbrennungsmotoren. Gerade diese ultrakleine Feinstaubfraktion ist besonders gefährlich. Die AK kritisiert, dass genau diese hochemittierenden Motoren sowohl von Maßnahmen bei Grenzwertüberschreitungen als auch von regelmäßigen Schadstoff-Überprüfungen ("KFZ-Pickerl") ausgenommen sind.

Service: Alle Unterlagen zur AK Veranstaltung gibt’s im Internet zum Herunterladen: http://wien.arbeiterkammer.at

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