Klimtbild: US-Investor wollte Zeichen des guten Willens gegenüber Österreich setzen

Leitl: "Häuser in Unterach am Attersee" weit über Schätzpreis verkauft

Wien (PWK731) - Die vier von Österreich restituierten Klimtbilder wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um den Rekordpreis von 192,7 Millionen Dollar oder umgerechnet 151 Millionen Euro bei einer Auktion im Kunsthaus Christie`s in New York versteigert. Dabei erzielte auch das Klimt-Gemälde "Häuser in Unterach am Attersee" einen Verkaufspreis, der mit über 31 Millionen Dollar weit über dem Schätzpreis lag. Dieser Rekordpreis überschritt bei weitem jenes Limit eines US-Investors, welcher dieses Bild in Österreich öffentlich ausstellen wollte. Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich: "Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass eines oder mehrere Klimt-Bilder aus der Bloch-Bauer-Sammlung in Österreich verbleiben. Aufgrund der Rekordpreise, die erzielt wurden, ist das nun leider nicht möglich. Hier wurden budgetäre Grenzen bei weitem überschritten."

Ein US-Investor, ein renommiertes US-Unternehmen, das sich in Österreich niederlassen will, um von hier aus seine europäischen Aktivitäten zu betreiben und zu koordinieren, hatte seit Frühjahr die Absicht, eines der Bilder zu erwerben und es einem österreichischen Museum auf Dauer als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Mit dem Erwerb des Gemäldes sollte Österreich gegenüber ein "positives Zeichen des guten Willens" gesetzt werden. Auch von der Regierung und von Bundeskanzler Schüssel wurden die Bemühungen des US-Investors unterstützt. In der Folge gab es intensive Verhandlungen mit allen Beteiligten, die sich bis in die letzten Stunden vor der Auktion bei Christie´s in New York hinzogen. Die amerikanische Investorenfamilie unterbreitete noch am 7. November 2006 schriftlich ein Preis-Anbot dem Anwalt der Erbengemeinschaft, welches vergangenen Auktionsergebnissen entsprach. Entgegen mehrfacher Erklärungen, dass es bedauerlich sei, wenn keines der Bilder nach Österreich zurückkehre, war letztlich die Erbengemeinschaft nicht bereit, das Klimt-Bild "Häuser in Unterach am Attersee" außerhalb der Versteigerung zu verkaufen und gab damit einer Preismaximierung den Vorzug. Auch der medial kolportierte Preis-Bonus von 25 Prozent im Fall einer öffentlichen Ausstellung in Österreich erwies sich zuletzt nicht als haltbar. Leitl: "Der anfangs kommunizierte good will der Erbengemeinschaft wurde letztlich nicht eingelöst." (RH)

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