Nach Tod eines Kindes: Ärztekammer hinterfragt Verweildauer

Brettenthaler: "Spardruck auf Spitäler erhöht Risiko"

Wien (OTS) - Infolge des tragischen Verblutens eines Tiroler
Kindes nach einer Mandeloperation fordert der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Reiner Brettenthaler, die österreichischen Universitätskliniken und die medizinischen Fachgesellschaften auf, die postoperative Beobachtungszeit in den Spitälern zu überprüfen. Er regt an, die Liegezeiten von Kindern nach Mandeloperationen zur Erhöhung der Sicherheit auszuweiten. Die tragische Häufung von Todesfällen bei Kindern in diesem Jahr sei ein klarer Hinweis auf Schwachstellen im System.

In einer Aussendung am Donnerstag empfahl Brettenthaler auch die öffentlichen Finanzierungsbeiträge für solche Operationen anzupassen, damit die Spitäler nicht dazu gezwungen seien, Patienten zum ehestmöglichen Zeitpunkt zu entlassen. Generell äußert der ÖÄK-Präsident den Verdacht, dass der starke Kostendruck auf die Spitäler zu einer überproportionalen Absenkung der Verweildauer geführt habe. Gleichzeitig seien im extramuralen Bereich keine entsprechenden Strukturen zur Nachsorge aufgebaut worden. Dies bedeute ein zusätzliches Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung.

Brettenthaler kündigte an, dass die Österreichische Ärztekammer das Thema Verweildauer auch im kommenden Jahr im Zuge ihrer Initiative für mehr Patientensicherheit verfolgen werde.

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