Luftfracht weiterhin im Aufwind

Domany: Wachstum sichert Standort und benötigt vorausschauende Kapazitätsausweitungen - Vanik: Langfristig positive Effekte

Wien (PWK729) - Die jüngst veröffentlichte Boeing Luftfracht Prognose rechnet mit 6,1 Prozent jährlichem Wachstum in der Luftfracht weltweit. Damit wird sich innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte die Luftfrachtmenge verdreifachen. Der Frachtumschlag in Wien Schwechat lag 2005 mit einem Gesamtplus von 12 Prozent (234.677 Tonnen) deutlich über dem weltweit prognostizierten Wert. Diese erfreuliche Entwicklung nützt der gesamten Wertschöpfungskette Aviation, so Christian Domany, Obmannstellvertreter des Fachverbandes Luftfahrt in der Wirtschaftskammer Österreich.

Ein funktionierendes Transfer-Drehkreuz samt Flugnetzwerk ist ein bedeutender Wirtschaftsmotor. Obwohl nur knapp zwei Prozent des Welthandelsvolumens als Luftfracht verschickt werden, entsprechen diese Waren 40 Prozent des Welthandelswertes. Es sind durchwegs hochwertige, meist für Logistik-Ketten dringend benötigte Güter, die "in die Luft gehen". Hier liege der größte heimische Flughafen mit seinem Frachtaufkommen im EU-Ranking an 14.Stelle.

Der wachsende globale Handel ist der Motor des Wachstums im Luftfrachtverkehr. Verbesserte Technologien führen zu einer steigenden Frachtkapazität und treibstoffeffizienterem Transport. "Wir erwarten, dass sich der positive Trend sowohl im Passagier- als auch im Frachtverkehr fortsetzen wird", so Domany.

Positive Impulse bringe der Wegfall der bürokratischen Ausnahmebewilligungen vom Lkw-Wochendfahrverbot für den Luftfrachtersatzverkehr, also für die Lkw-Zustellung zum Kunden. Die AUA mit derzeit 60 Prozent Marktanteil an der Luftfracht in Österreich gewinne allein durch die Ausdehnung ihrer Cargoangebote und verbesserte Auslastung der Langstreckenverbindungen pro Jahr ca. vier Millionen Euro an Mehreinnahmen, freut sich Fachverbandsgeschäftsführer Christian Vanik über diesen wichtigen Erfolg für die Branche. So biete Austrian Cargo ab sofort einen weiteren (insgesamt den fünften) wöchentlichen Nurfrachtflug von Wien nach Kiew und erhöht damit das Frachtraumangebot in die Ukraine auf 100 Tonnen pro Woche. Nebenbei könne der Fiskus ohne großen Aufwand zusätzliche Zolleinnahmen in Höhe von ca. einer Million Euro erwarten.

Die gute Positionierung stützt sich laut Domany auf den vorauschauenden Ausbau der Cargobereiche und die exzellente Anbindung der Luftfahrt-Drehscheibe Wien an die boomenden Wirtschaften in Fernost sowie in Mittel- und Osteuropa.

Die positive Entwicklung belege die Notwendigkeit einer dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat. Eine dritte Piste sei wichtig für die weitere Entwicklung des "Hubs" und für die Streckenexpansion in wirtschaftliche Wachstumsmärkte. Im regulativen Bereich sollten die Air Cargo Security-Vorschriften kritisch hinterfragt werden. Ebenso nötig sei der Ausbau der Anbindung an Schiene und Straße, so der Experte.

"Man darf nicht vergessen: Unser Luftdrehkreuz ist nicht nur ein essenzieller Beitrag für die heimische Industrie, sondern auch ein Wohlstandsknoten mit hoher Umwegrentabilität für Arbeitsplätze, Incoming-Tourismus und die gesamte nationale Wirtschaft. Die heimische Luftfahrtbranche beschäftigt mehr als 36.000 Personen und erwirtschaftet eine jährliche Wertschöpfung von über 2,4 Milliarden Euro", resümiert Domany. Allein von Wien aus kann man heute knapp180 Ziele direkt erreichen, was für eine Kongress- und Messestadt bzw. Sitz der Vereinten Nationen unabdingbar sei, so Domany abschließend. (hp)

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