Einem bei Diskussionsveranstaltung "Macht Geschichte Herrschaft?"

Wien (SK) - "Große Koalitionen funktionieren dann, wenn beide ein gemeinsames großes Projekt haben, das sie wirklich wollen. Wenn nicht, dann sollen sie es lieber lassen", so SPÖ-Europasprecher Caspar Einem im Rahmen der Diskussion "Macht Geschichte Herrschaft?" am Mittwoch. Die Geschichte der Zweiten Republik habe gezeigt, so Einem, dass vor allem eine gemeinsame Zielsetzung der beiden großen Parteien zu Erfolgen geführt habe. Beispiele dafür seien etwa die große Koalition nach dem Zweiten Weltkrieg, die den Wiederaufbau zum Ziel hatte oder auch jene unter Kanzler Vranitzky, deren Bestreben es war, Österreich in die Europäische Union zu führen. ****

Im Rahmen der Diskussionsveranstaltung wurde auch der Frage nachgegangen, warum die einzelnen Parteien immer wieder auf ihre Vergangenheit verweisen. Die SPÖ, so die Moderatorin der Diskussion, Journalistin Barbara Toth, greife immer wieder auf die Ära Kreisky zurück. Interessant sei nun, ob dies eine bewusste politische Strategie sei. Caspar Einem betonte, dass vor allem zwei Aspekte für den Rückgriff auf die Vergangenheit ausschlaggebend seien. Erstens habe es unter Kreisky eine Minderheitsregierung gegeben, deshalb werde diese Zeit in der momentanen öffentlichen Diskussion gerne als Vergleich herangezogen, und zweitens stehe die Ära Kreisky für die Modernisierung und soziale Erneuerung Österreichs. "Ich halte es deshalb für legitim, darauf Bezug zu nehmen, wenn man eine weitere Erneuerung Österreichs anstrebt und dabei die soziale Ausgewogenheit nicht aus den Augen verlieren will", unterstrich Einem.

Ebenfalls diskutiert wurde, wie man im Gedenkjahr 2005 mit der österreichischen Geschichte umgegangen sei. Einem betonte, dass die SPÖ das Gedenkjahr wohl nicht "in gleicher inszenatorischer Weise" wie die blau-schwarze Bundesregierung umgesetzt hätte. Für ihn wäre es wichtig gewesen, mehr Sozialgeschichte zu präsentieren und weniger die Heldengeschichte der Nachkriegsjahre zu beschwören. "Kaprun ist nicht nur ein schönes Kraftwerk sondern auch ein Ort, an dem Zwangsarbeiter eingesetzt wurden", erinnerte der SPÖ-Politiker. "Wenn man schon ein Gedenkjahr macht, dann wäre es sinnvoll gewesen, die Geschichte auch wirklich offen zu legen", so Einem. (Schluss) sw

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