Klimaschutz anstelle von Parteien-Streitigkeiten

Greenpeace fordert langfristige Ziele für Klimaschutz und Erneuerbare Energien

Wien/Nairobi (OTS) - Anlässlich der am Montag in Nairobi beginnenden internationalen Klimaschutz-Konferenz stellt Greenpeace die Frage, was für die Zukunft unseres Planeten und somit auch Österreichs tatsächlich wichtig ist: "Werden uns in dreißig Jahren die derzeitigen Befindlichkeiten unserer Spitzenpolitiker nicht weitaus weniger interessieren als die dringend notwendigen Weichenstellungen beim Klimaschutz?", so der Klima-Experte von Greenpeace, Erwin Mayer.

Laut übereinstimmender Meinung von UN-Klimawissenschaftern hat die Menschheit nur mehr zehn bis fünfzehn Jahre Zeit, eine drastische Kurskorrektur beim Ausstoß von Treibhausgasen zu erreichen. Ansonsten droht eine Erwärmung der Erde auf zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. "Auffallend ist, dass es weder im Rahmen der bisherigen Klimaschutz-Konferenzen noch in Österreich den politischen Willen gibt, verbindliche Ziele für Klimaschutz und Erneuerbare Energien bis 2020 und 2050 festzulegen", kritisiert Mayer den Stillstand beim Klimaschutz.

So fordert Greenpeace, dass zumindest Umweltminister Pröll oder seine Vertreter in Nairobi dafür eintreten, dass bis 2020 mindestens dreißig Prozent weniger und bis 2050 mindestens achtzig Prozent weniger Treibhausgase völkerrechtlich verbindlich festgeschrieben werden. Diese Einigung soll bis 2008, dem Beginn der Kyoto-Zielperiode, vereinbart werden.

"Glaubwürdig kann Österreich das natürlich nur fordern, wenn die jetzigen und zukünftigen Regierungsvertreter aus ihren Schmollecken herauskommen und diese Klimaschutz-Ziele sowie die zur Umsetzung notwendigen Instrumente bis 2008 zu vereinbaren imstande sind", so Mayer. Darüber hinaus braucht es gleichzeitig ambitionierte Ausbauziele für Erneuerbare Energien, sonst würde man über solche Klimaschutz-Ziele nur die Atom-Renaissance unterstützen.

Österreich hat von 1990, dem Kyoto-Basisjahr, bis 2003 mit 16,5 Prozent einen deutlich stärkeren Anstieg an Treibhausgas-Emissionen zu verbuchen als beispielsweise die USA mit 13,3 Prozent. Die Alpenrepublik sollte ihre Emissionen um dreizehn Prozent reduzieren. Der Anteil an Erneuerbaren Energien sinkt hierzulande aber, derjenige von Atomstrom-Importen erhöht sich dagegen. Somit droht Österreich sowohl für die Nichteinhaltung der Klimaschutz-Ziele als auch für die Nichterreichung der Ausbauziele für Strom aus Erneuerbaren Energiequellen ein Vertragsverletzungsverfahren der EU.

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Attila Cerman, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-3435354
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-270044

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