ÖGB-Hundstorfer: Sozialpartnerschaft als Leitmodell für globalen Sozialen Dialog

309 Gewerkschaften gründen in Wien den Internationalen Gewerkschaftsbund

Wien (ÖGB) - Solidarität, Demokratie und Gerechtigkeit sind die Leitsätze des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), der heute, 1. November 2006, in Wien gegründet wurde. "Die neue, einheitliche Weltgewerkschaft kann von den Erfahrungen des ÖGB als Sozialpartner profitieren", betont ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer. Er begrüßte etwa 1.700 TeilnehmerInnen aus 156 Ländern, die sich in Wien versammelt haben, um die Vision einer geeinten Weltgewerkschaft zur Wirklichkeit zu machen. ++++

Der IGB strebt in seinen Leitsätzen einen globalen Sozialen Dialog an. Von den Erfahrungen des ÖGB als Teil der österreichischen Sozialpartnerschaft könne der IGB profitieren. "Diese freiwillige Zusammenarbeit mit der Wirtschaft hat es ermöglicht, dass unser Land seit den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges zu einer der wohlhabendsten Regionen der Welt wurde", meint Hundstorfer. "Die Konfliktregelung am Verhandlungstisch hat den Menschen in Österreich viel Positives gebracht."

Das Recht auf Arbeit versteht der IGB als Grundrecht für die Würde des Menschen. "Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in vielen Teilen der Welt, darunter auch in Europa, ist eine Schande, der von der Politik nicht mit genügend Aufmerksamkeit und Engagement begegnet wird", kritisiert Hundstorfer.

Eng verbunden mit der Arbeitslosigkeit sei die Frage des Standortwettbewerbs. "Politik und Wirtschaft suggerieren uns, dass wir bereit sein müssten, Opfer zu bringen und uns von gewerkschaftlich mühevoll erkämpften Rechten zu verabschieden, um zu verhindern, dass Unternehmen abwandern. Selbst wenn in Europa wieder 50 oder 60 Stunden gearbeitet wird: Es wird immer einen Standort geben, der niedrigere Standards bietet", so Hundstorfer. "Die Politik und der Staat müssen den Markt regulieren und nicht der Markt als Regulator der Staaten auftreten. Das wird eine der größten Herausforderungen für den Internationalen Gewerkschaftsbund."

Es sei eine große Ehre für den ÖGB, dass Wien als Kongressort ausgewählt wurde und sich eine geeinte und völlig neu gegründete Welt der internationalen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit hier versammelt. Der Kongress sei bewusst nach Europa gelegt worden, weil in Europa die Demokratie nach langen harten Jahren der Teilung des Kontinents nun in allen Staaten erreicht und erkämpft sei. Doch die drei Werte Solidarität, Gerechtigkeit und Demokratie müssen selbst auf diesem Kontinent, täglich neu erkämpft und verteidigt werden. "Nur durch den täglichen Kampf und den unermüdlichen Einsatz der BetriebsrätInnen und der Gewerkschaften kann das Erreichte aufrecht erhalten werden", betont Hundstorfer.

Der IGB vertritt 166 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 309 Mitgliedsorganisationen und 156 Ländern und Hoheitsgebieten:
www.icftu.org.
Er ist Mitglied der internationalen Gewerkschaftsgruppierung Global Unions: www.global-unions.org. (cj)

ÖGB, 1. November 2006 Nr. 711

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