"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Verbrannte Erde" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 01.11.2006

Wien (OTS) - Wolfgang Schüssel schickt wieder Boten aus, um den Medien zu erklären: "Wir wollen ganz ernsthaft eine Große Koalition." Elisabeth Gehrer ist eine dieser Austrägerinnen. Ob sie sich wohl noch an die Botschaft erinnert, die sie während der Regierungsverhandlungen 2002 im Namen ihres Parteichefs überbringen musste?
"Wir wollen eine Koalition mit den Grünen", erklärte sie damals. "Es ist uns ernst." Schüssel verhandelte gleichzeitig mit den Freiheitlichen, die Gespräche mit den Grünen scheiterten.
Diesmal glaubt man der ÖVP von vornherein nicht. Zu klar ist ihre Politik der "verbrannten Erde". Die Wähler haben sich in den Augen Schüssels geirrt, als sie die Sozialdemokraten am 1. Oktober zur Nummer eins gemacht haben. Jetzt sollen sie Gelegenheit bekommen, diesen Irrtum bei Neuwahlen zu korrigieren. Schuld sein soll daran die SPÖ, und wenn sie nicht tut, wie Schüssel will, wird Österreich unregierbar.
So einfach wird es diesmal aber nicht gehen. Gusenbauer ist kein großer Taktiker, aber nicht auf den Kopf gefallen. Und die Bevölkerung hat von Experimenten genug. Sie erwartet, dass Abgeordnete und Regierung endlich arbeiten.

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