Greenpeace: Auslaufmodell Gorbach will von seinem Lieblingsspielzeug nicht lassen

Zukünftige Regierung muss Tempo-160-Unsinn endgültig ad acta legen

Wien (OTS) - Mit viermonatiger Verspätung hat
Noch-Verkehrsminister Gorbach heute die Tempo-160-Bilanz präsentiert. Obwohl keinerlei Kriterien für einen Erfolg definiert wurden und somit nicht bekannt ist, was genau zu testen war, fiel das Endresultat aus Sicht des Verkehrsministers erwartungsgemäß positiv aus. "Nachdem ihn offenbar niemand für seine Ministerschaft bedankt, übernahm es heute Gorbach selbst, sich zu loben. Dass ausgerechnet der Tempo-160-Versuch als Erfolg gewertet wird, zeigt, wie mager die Bilanz von sechs Jahren Verkehrsministerium unter FPÖ- bzw. BZÖ-Führung ist", so Greenpeace-Verkehrssprecher Jurrien Westerhof.

Von seinem Lieblingsspielzeug Tempo-160 will Gorbach nicht lassen, wie die heutige Ankündigung eines weiteren Tests zeigt. "Nachdem alle anderen Landeshauptleute sich gegen den Tempo-160-Unsinn ausgesprochen haben, muss einmal mehr das Bundesland eines befreundeten Landeshauptmanns für die Risikostrecke herhalten".

Wie seit langem bekannt, wurde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von den meisten Autofahrern nicht angenommen. Hierdurch ist es nur zu wenigen Unfällen gekommen. Auch die Akzeptanz von Tempo 160 ist seit Beginn des ersten Tests rückläufig. "Offensichtlich sind die Autofahrer vernünftiger als der Verkehrsminister, der sich nur aus politischen Gründen für diese denkbar ungeeignete Strecke entschieden hat", so Westerhof.

Die Rückläufigkeit der Luftschadstoffe auf der Teststrecke im Messungszeitraum ist weniger auf Tempo 160 zurückzuführen, als auf die Tatsache, dass die Messungen im späten Frühling stattgefunden haben. In diesem Zeitraum ist die Feinstaub-Belastung jedes Jahr abnehmend, hohe Ozonwerte treten im Frühling noch keine auf. Interessanterweise wurden keine Kohlendioxidwerte gemessen. "Im Verkehrsministerium tut man sich offensichtlich schwer mit dem Unterschied zwischen Emissionen und Immissionen", so Westerhof. "Bei höheren Geschwindigkeiten steigt der Ausstoß von Stickoxiden, Feinstaub und Kohlendioxid stark an - ein Verkehrsminister müsste das eigentlich wissen".

Bleibt die Frage, warum die Auswertung so lange gedauert hat. "Für diese wenig überraschende Lobhudelei wären keine vier Monate Auswertungszeit nötig gewesen. Verkehrsminister Gorbach ist ein Auslaufmodell. Von einer zukünftigen Regierung erwarten wir uns, dass diese den Tempo-160-Unsinn endgültig ad acta legt", schließt Westerhof.

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DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Verkehrssprecher, 0664-6126701

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