Einigkeit macht stark: Gewerkschaften gründen neuen Internationalen Bund

Wien (IGB-Online) - Morgen, am 1. November, wird eine neue Gewerkschaftsinternationale gegründet, eine stärkere und geeintere weltweite Arbeitnehmerorganisation, die die Herausforderungen der Globalisierung mit neuer Energie und Hoffnung angehen wird.

Mit der offiziellen Eröffnung des Gründungskongresses des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) morgen Vormittag in Wien wird der trotz enormer Herausforderungen mit großen Hoffnungen verbundene Einigungsprozess der internationalen Gewerkschaftsbewegung seinen krönenden Abschluss finden. Dem Gründungskongress des IGB, der noch bis zum 3. November in der österreichischen Hauptstadt stattfindet, gingen heute die Auflösungskongresse des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) und des Weltverbandes der Arbeitnehmer (WVA) voraus. Dem neuen IGB werden die früheren Mitglieder des IBFG und des WVA sowie acht weitere nationale Gewerkschaftsorganisationen, die bisher keiner internationalen Organisation angeschlossen waren, angehören.

Dieser Einigungsprozess der internationalen Gewerkschaftsbewegung ist erforderlich, um angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die mehr Verlierer als Gewinner hervorbringen, ein bedeutender Akteur zu bleiben. Die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft hat vor allem in der Arbeitswelt verheerende Auswirkungen:
Betriebsverlagerungen, Missachtung der Arbeitnehmerrechte und zunehmende Armut sind dafür nur einige Beispiele.

"Mit der Gründung des IGB reagieren wir auf die Herausforderung, die Arbeit der Gewerkschaften auf nationaler und internationaler Ebene zu harmonisieren", so Guy Ryder, der scheidende Generalsekretär des IBFG und einziger Kandidat für das Amt des IGB-Generalsekretärs. " Die Stärkung der Gewerkschaftsbewegung ist notwendig, um an Gewicht und Einfluss gegenüber den Unternehmen, den Regierungen und den internationalen Finanz- und Handelsinstitutionen zu gewinnen. Die Gründung des IGB ist ein integraler Bestandteil dieser Bemühungen", erklärte Ryder.

" Der IGB wird in einer Gesellschaft, die enorme Veränderungen durchgemacht hat und in der die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter dem Druck der Globalisierung mit Füβen getreten werden, zweifellos ein wirksames Gegengewicht bilden", ergänzte Willy Thys, der scheidende Generalsekretär des WVA.

Der Gründungskongress, ein historisches Ereignis für die internationale Gewerkschaftsbewegung, wird morgen Vormittag mit einer offiziellen Eröffnungssitzung beginnen. Daran anschließen werden sich eine Plenarsitzung und ein Grußwort von Juan Somavia, dem Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO).

Am 2. November stehen u.a. Podiumsdiskussionen zum Thema Globalisierung auf dem Programm: "Kohärenz oder Chaos - Die internationalen Institutionen" und "Globale Gewerkschaften - Globale Unternehmen". Pascal Lamy, der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), wird am Vormittag per Satellitenvideo zugeschaltet sein. Am Freitag, 3. November, dem letzten Kongresstag, stehen die Verabschiedung des IGB-Programms und die Einrichtung von Regionalstrukturen an, gefolgt von der Wahl der Führungsspitze der neuen Organisation.

Der IGB vertritt 166 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 309 Mitgliedsorganisationen und 156 Ländern und Hoheitsgebieten:
http://www.icftu.org Er ist Mitglied der internationalen Gewerkschaftsgruppierung Global Unions :
http://www.global-unions.org

Rückfragen & Kontakt:

IGB-Presseabteilung unter +32 2 224 0204 oder +32 476 621 018.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001