"Neue Unterschicht" und Einsparungspolitik bei Sozialen Diensten

Effizienzdenken bedroht Qualität der Sozialen Dienste und ist keine Antwort auf eine gespaltene Gesellschaft

Wien (OTS) - Viele Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen spüren
es in ihrer täglichen Arbeit und die veröffentlichen Teilergebnisse der Friedrich-Ebert-Stiftung scheinen dies zu bestätigen: Immer mehr Menschen (BRD: rund ein Drittel) sind von den gesellschaftlichen Verhältnissen enttäuscht und sehen ihre Lebenschancen bedroht. Viele von Ihnen (8%) sind akut von sozialem und politischem Ausschluss gefährdet - Personen, mit denen Sozialarbeiter per politisch-rechtlichem Auftrag arbeiten, um Ihnen langfristig einen Platz innerhalb der Gesellschaft zu sichern.

Doch staatliche Einsparungspolitik hat die Organisation Sozialer Dienste in den letzten Jahren verändert und die Zeitressourcen von Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen deutlich beschnitten. Die Konsequenzen für die wachsende Zahl der Menschen, die Unterstützung benötigen, werden immer deutlicher und anscheinend benötigt es tragische Fälle (Die ZEIT 19.10: Dossier "Tod in Bremen"), dass die mediale Öffentlichkeit auf aktuelle Entwicklungen reagiert.

Um die Folgen von Personaleinsparungen und geringeren Ressourcen im Sozialbereich zu analysieren, hat das Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit der Fachhochschule fh-campus wien Prof. Dr. Hans Uwe Otto von der Universität Bielefeld eingeladen.

Für den renommierten Pädagogen und Soziologen, der in den letzten drei Jahrzehnten über 50 Bücher veröffentlicht hat, bedroht das effizienzorientierte Managertum die Leistungen und Qualität des Sozialstaats. Am 7. November wird Professor Otto ausführen, dass Gerechtigkeitsfragen in der Öffentlichkeit und im sozialen Feld wieder stärker thematisiert werden müssen. Nur so kann vermieden werden, dass die vielen Menschen, die mit "neuer Armut" und anderen Problemlagen konfrontiert sind, nicht langfristig vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und zu einer "neuen Unterschicht" werden.

Über Zukunftsfragen der sozialen Dienste in Österreich diskutieren anschließend an den Festvortrag Dr. Agnieszka Dzierzbicka, Bernhard Litschauer-Hofer und Gabriele Wild mit Prof. Otto im Festsaal des fh-campus wien. Die Veranstaltung wird mittels dreier Kameras mitgeschnitten und später als DVD veröffentlicht.

Dienstag, 7.11.2006, 16.00-19.00 Uhr

Auskunft zur Zukunft: Zum professionellen Selbstverständnis der Sozialarbeit
fh-campus wien Festsaal, Grenzackerstraße 18, 1100 Wien

Beiliegende Informationen:

  • Einladung zur Veranstaltung
  • Zu Person und Wirken von Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Uwe Otto (Universität Bielefeld)
  • Ergänzende Information zum Thema
  • Vortrag von Prof. Hans Owe Otto (ab 6.11.), Fotos und weitere Informationen finden Sie auf www.sozialearbeit.at

Aktuelle Fallstudien zu Bedingungen Sozialer Arbeit in Wien auf www.sozialearbeit.at

"Fachliche Standards in der Sozialarbeit" ist Teil der EQUAL-EntwicklungspartnerInnenschaft "DONAU - QUALITY IN INCLUSION". Ziel ist, Qualitätskriterien für den Bereich Sozialarbeit zu erarbeiten, um Grundlagen für Ausschreibungen nach dem Prinzip "BestbieterInnen" zu erstellen. Finanzielle und inhaltliche Verantwortung Fachhochschule St-Pölten. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des BMWA.

Rückfragen & Kontakt:

fh-campus wien
Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit GmbH
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Marc Diebäcker
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