ÖAMTC: Autobahnen und Schnellstraßen nicht zu Landstraßen degradieren

Mehrheit der Autofahrer gegen Tempo 100 - Club setzt auf konstruktive Lösungen

Wien (OTS) - Ab morgen gilt auf der Tiroler Inntal Autobahn (A12) Tempo 100. Weitere Abschnitte in anderen Bundesländern werden folgen. "Dass sich Geschwindigkeitsbeschränkungen zunehmend als ungeeignete Maßnahme zur Schadstoffreduktion herausstellen, ist bekannt. Daher ist die Ablehnung bei den Autofahrern auch so groß", erklärt Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Drei von vier Autofahrern sind gegen Tempo 100, das zeigte eine vom ÖAMTC im September durchgeführte Befragung unter 1.100 österreichischen Autofahrern. Vor allem der Widerspruch des mehrspurigen Ausbaus von Autobahnen bei gleichzeitiger Tempoeinschränkung stößt auf Protest.

"Bereits mit dem Aufkommen der Tempo 100-Diskussion in der Steiermark, Oberösterreich und zuletzt in Tirol hat der ÖAMTC sofort Gespräche mit den jeweiligen Landesverantwortlichen aufgenommen", so Rohracher. Erste Erfolge lassen sich bereits verbuchen:

* Steiermark: In der Steiermark ist das geplante Tempo 100 Limit für weite Teile des steirischen Autobahnnetzes vom Tisch, die Beschränkung wurde auf den Großraum Graz limitiert. Fahrverbote soll es nur bei Überschreitung der Grenzwerte geben.

* Oberösterreich: Mit der angekündigten Errichtung einer mit Luftgütemessstellen gekoppelten Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) wurde vorerst der ÖAMTC-Forderung entsprochen: Erst messen und nur dann, wenn es Sinn macht, allfällige Temporeduktionen verordnen.

* Tirol: Auch für die Inntal Autobahn (A12) wurde zumindest zugesagt, dass die Wirksamkeit der 100-er Beschränkung laufend evaluiert und Tempolimits ausschließlich mittels Verkehrsbeeinflussungsanlagen gesteuert werden sollen.

"Wir geben uns damit natürlich nicht zufrieden", erklärt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Die Herabsetzung von Tempolimits für Pkw stellt sich zunehmend als ungeeignete Maßnahme dar, um Schadstoffemissionen nachhaltig zu reduzieren. Die Vielzahl an Verursachern bedingt auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Maßnahmen. "Bisher konnte noch kein Nachweis dafür erbracht werden, dass Tempolimits den erwarteten Effekt an Schadstoffreduktionen erbracht hätten", sagt Rohracher.

Daher fordert der ÖAMTC einmal mehr:

1. Verursacher ergründen: Schadstoffe müssen nach Art und Höhe des Beitrags ihrer Verursacher analysiert werden. Geeignete Messstellen sollen Verkehrsdichte, Schadstoffanteile, unterschieden nach Pkw, Lkw und anderen Emissionsquellen, sowie meteorologische Daten erfassen.

2. Messungen bei Betroffenen durchführen: Die Messungen müssen dort vorgenommen werden, wo die Menschen leben. Eine ausreichende Anzahl an Messstellen muss vorhanden sein. "Sollte sich der Pkw-Verkehr als wesentlicher Mitverursacher herausstellen und probeweise Tempolimits verordnet werden, dann dürfen diese nur bei Überschreitung von Grenzwerten, jedenfalls aber nur zeitlich und räumlich befristet, gesetzt werden", fordert Rohracher.

3. Evaluierung der Ergebnisse: Der Club erwartet eine ständige Evaluierung der Messdaten. Die Wirksamkeit der Maßnahme muss nachgewiesen werden und zwar unter Einbeziehung sämtlicher beeinflussender Rahmenbedingungen. "Sollte die erwartete signifikante Verbesserung der Luftqualität nicht eintreten, ist die Maßnahme sofort auszusetzen", verlangt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

4. Partikelfilter-Nachrüstung fördern: Als geeignete Maßnahme zur weiteren Reduktion von Partikelemissionen im Straßenverkehr sieht der ÖAMTC die Förderung von Nachrüst-Partikelfiltern. Bund und Länder sind gefordert befristete Förderungen für Nachrüstpartikelfilter zu verlängern (wie in der Steiermark vorgesehen), bzw. endlich landesweit anzubieten. Derzeit gibt es nur in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark Förderungen für Nachrüstpartikelfilter.

Ja zu flexiblen Tempolimits mittels telematischer Anlagen, nein zu weiteren Schikanen

Der Tempo 160 Versuch hat gezeigt, dass sich vor allem der Einsatz telematischer Anlagen bewährt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Teststrecke lag bei 118 Stundenkilometer. "Dass diese einiges unter der erlaubten 160 km/h liegt, beweist, dass das System funktioniert. Verkehrsbeeinflussungsanlagen sollen schließlich dafür sorgen, dass die Geschwindigkeit den jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst wird", erklärt Rohracher. Das kann sowohl ein Herab- wie auch Hinaufsetzen der Limits bedeuten. Flexible Tempolimits - deren Motiv einleuchtend ist - werden von Autofahrern akzeptiert. "Und das ist das beste Mittel zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf unseren Straßen", so der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung abschließend.

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