ARBÖ weitet Unterschriftenaktion gegen Tempo 100 auf ganz Österreich aus

Wien (OTS) - Der ARBÖ weitet seine Unterschriftenaktion gegen
Tempo 100 auf Autobahnen zur Bekämpfung des Feinstaubs nun auf ganz Österreich aus. "Ab sofort können alle Autofahrer gegen diese sinnlose Maßnahme protestieren", sagt ARBÖ-Geschäftsführer Leo Musil. Bisher gab es diese Unterschriftenaktion des ARBÖ in Oberösterreich und Tirol. In Oberöstereich haben schon 3.100 Autofahrer gegen Tempo 100 zwischen Haidt und Sattledt unterschrieben, in Tirol waren es auf Anhieb (und trotz des Feiertages) bis jetzt 3.600, die beim ARBÖ gegen ein Tempolimit von 100 auf der Autobahn zwischen Kufstein Süd und Zirl protestierten.

Dreh- und Angelpunkt des Protests ist die ABBÖ-Homepage:
www.arboe.at. Bis 14.November kann man per Knopfdruck seine Stimme gegen die zur Bekämpfung des Feinstaubs verhängten Tempolimits auf Autobahnen abgeben. Über die ARBÖ-Website kann man sich aber auch Unterschriftenlisten ausdrucken und handschriftliche Unterschriften sammeln, die dem ARBÖ gefaxt (01/891 21/927), gemailt (presse@arboe.at) oder postalisch zugeschickt werden (ARBÖ, Presse, Mariahilfer Straße 180, 1150 Wien) oder in einem der 100 ARBÖ-Dienststellen persönlich abgegeben werden, in denen ebenfalls Unterschriftslisten aufliegen.

Dazu Leo Musil: "Der Aufruf des ARBÖ zu einer Protestaktion gegen die Einführung von Tempo 100 ist nicht gegen die Umwelt gerichtet, sondern als Kritik an einer unsinnigen Alibimaßnahme, die keine Umweltprobleme löst." Konkret sind folgende fünf Gründe dagegen anzuführen

1. Tempo 100 führt nach bisherigen Erfahrungen zu keiner wesentlichen Reduktion der Feinstaubbelastung: So hat man sich von einem Tempolimit von 100 in Vorarlberg theoretisch eine Reduktion des Feinstaubs um 17 Prozent erhofft. Mit einem Minus von 3 bis 4 Prozent fiel die Reduktion in Wirklichkeit sehr niedrig aus.

2. Tempo 100 für alle trifft die Falschen: Das völlig undifferenzierte Tempolimit gilt auch für die modernsten Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter und für Benziner-PKW, die gar keinen Feinstaub ausstoßen. "Alle, die sich umweltfreundliche Fahrzeuge angeschafft haben, dürften sich gefrozzelt fühlen."

3. Tempo 100 für PKW geht völlig vorbei an LKW, die sehr stark zur Feinstaubbelastung beitragen und auf Autobahnen ohnehin nie schneller als Tempo 100 fahren dürfen.

4. Ein mehrere Monate langes, starres Tempolimit von 100 ist vor allem dort nicht verständlich, wo es bereits die entsprechenden Telematik-Einrichtungen gibt, mit denen man die Tempolimits flexibel drosseln kann - dann, wenn sich das Feinstaub-Problem wirklich stellen sollte. So funktionieren in Tirol laut ASFINAG genau auf derselben Strecke, für die das Tempolimit 100 gelten soll, schon die elektronischen Überkopfanzeigen, mit der man flexibel auf die Situation reagieren kann. "Kein Mensch wird verstehen, warum viel Geld für moderne Telematik-Anlagen ausgeben wird, um sie anschließend nicht zu nützen", so Musil. In Oberösterreich soll es dieses elektronische Anzeigensystem ab 2007 geben.

5. Unter Umständen kann Tempo 100 sogar zu höherem Feinstaubausstoß führen, da bei niedriger Geschwindigkeit runtergeschalten werden muss und sich dadurch die Drehzahl erhöht. Musil: "Höhere Drehzahl = höherer Schadstoffausstoß."

Rückfragen & Kontakt:

ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sieglinde Rernböck
Tel.: (++43-1) 89121-244
presse@arboe.at
http://www.arboe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR0001