Kopietz: Strache-FPÖ ist Sammelsurium der nationalen Rechten

Deutschnationalismus gibt in der FPÖ den Ton an

Wien (SPW) - "Anlässlich des morgigen Nationalfeiertages und vor dem Hintergrund der jüngsten Äußerungen des FPÖ-Mandatars Harald Stefan im Wiener Gemeinderat, wonach es eine ‚Inflation’ an Erinnerungstafeln an die Verbrechen des Nationalsozialismus gebe, gilt es auf eine höchstbedenkliche Tatsache mit Nachdruck hinzuweisen: Es gibt eine Partei im österreichischen Parlament, deren Exponenten deutschnationalem Gedankengut nachhängen, den antifaschistischen Gründungskonsens der Republik in Frage stellen und immer wieder durch Geschichtsrevisionismus auffallen. Die FPÖ von Strache, Stadler, Mölzer und Co. ist ein einziges Sammelbecken der Ewiggestrigen", erklärte der Wiener SPÖ-Landesparteisekretär, LAbg. Harry Kopietz am Mittwoch.****

Seit der Übernahme des Vorsitzes durch Heinz Christian Strache seien in der FPÖ personelle Weichenstellungen hin zu einer "Kadertruppe" der "neuen Rechten" vorgenommen worden. "Mit der neuen Führung haben die Deutschnationalen innerhalb der FPÖ endgültig das Ruder übernommen", so Kopietz, der darauf verwies, dass in Straches Team zahlreiche Angehörige der Burschenschaft Olympia vertreten seien, die den 2005 verurteilten Holocaust-Leugner David Irving zu einem Vortrag nach Wien luden. "Einer dieser ‚Olympen’ ist der Wiener Gemeinderat Harald Stefan, der nun im Gemeinderat eine Mahnmal-'Inflation’ beklagt hat, wo es doch nicht genug Aufklärung über die Gräuel des NS-Regimes geben kann. Und auf den Posten des nicht amtsführenden Stadtrats in Wien ist jener Johann Herzog vorgerückt, der in der Öffentlichkeit als Proponent gegen die Aberkennung des Wiener Ehrengrabes für den NS-Luftwaffenpiloten Walter Nowotny bekannt geworden ist."

Ein besonders "schillerndes Beispiel an Gesinnung" liefere der FPÖ-Parteivorsitzende selbst ab, so der Landesparteisekretär weiter:
"Das Mitglied der Burschenschaft ‚Vandalia’ mit dem bezeichnenden Motto ‚Deutsch, einig, treu - ohne Scheu’ hat sich selbst aktiv ins Korporierten-Leben eingebracht", so Kopietz in Richtung Strache. Im September 2002 habe es sich Strache nicht nehmen lassen, bei der Sonnwendfeier am Wiener Kobenzl zu erscheinen, einem jährlichen Treffen von Burschenschaften, an dem auch Gottfried Küssel teilnahm. In diesem Rahmen verteidigte Strache seinen Parteikollegen Ewald Stadler und dessen Worte von der "angeblichen Befreiung" Österreichs 1945. Die jährliche ‚Heldenehrung’ der national-freiheitlichen Burschenschaften am 8. Mai, dem Tag der Kapitulation Hitler-Deutschlands, befand Strache als "moralisch wertvoll" und ließ es sich nicht nehmen, 2004 die dortige "Totenrede" zu halten.

Abschließend unterstrich Kopietz: "Wir sprechen uns in aller Deutlichkeit gegen die demokratiepolitisch mehr als bedenkliche ‚Gesinnung’ Straches und seiner ‚Olympen’ aus: Für diese Formen der Geschichtsklitterung und des Revisionismus darf es in unserer Gesellschaft keinen Platz geben." (Schluss) tr

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