Österreich ist ein Wunschpartner der albanischen Wirtschaft

Schenz: Großes Potential zum Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen in Bereichen Infrastruktur, Energie, Bau und Tourismus

Wien (PWK705) - Die österreichische Wirtschaft hat bereits früh die Wichtigkeit der Öffnung in Richtung der osteuropäischen Märkte erkannt und sich dementsprechend in den dynamischen Entwicklungsprozess eingebracht hat. "Albanien wurde dabei jedoch etwas vernachlässigt, bietet aber mittelfristig durchaus ein großes Potential an Möglichkeiten", sagte WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz heute anlässlich des Albanien-Tages der Außenwirtschaft Österreich (AWO) in Wien.

Experten aus Albanien und Österreich zeigten die Möglichkeiten eines Markteinstieges in den Branchen Bau und Energie in Albanien sowie die vielfältigen Chancen für die österreichische Wirtschaft generell auf und etablierte österreichische Unternehmen und Organisationen berichteten über ihre Erfahrungen. Richard Schenz wies darauf hin, dass "die AWO das Potential Albaniens erkannt hat und auf Grund der positiven Entwicklung des Landes vor knapp einem Jahr ein eigenes Marketingbüro in Tirana eröffnete." Schenz weiter: "Die Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich dynamisch, haben aber noch viel Potential. Österreichische Firmen genießen einen ausgezeichneten Ruf und mit der Übernahme der albanischen Savingsbank durch Raiffeisen ist auch ein verlässlicher Bankenpartner vor Ort."

Die österreichischen Exporte nach Albanien legten 2005 um starke 63,6% auf 39,9 Mio. EUR zu. Die Zunahme der österreichischen Lieferungen war überfällig, da sich das Interesse der österreichischen Unternehmen nunmehr auch verstärkt dem albanischen Markt zuwendet und einige Unternehmen bei albanischen Ausschreibungen erfolgreich zum Zug kamen. Schenz: "Außerdem ist Albanien daran interessiert, sich von der Dominanz der Handelspartner Italien und Griechenland etwas zu lösen - und Österreich ist dabei ein Wunschpartner."

Ein Highlight der österreichischen Lieferungen war im vergangenen Jahr die Errichtung einer Doppelmayr-Seilbahn auf den Hausberg Tiranas Dajti. Potential für Exporteure und Investoren sieht der zuständige österreichische Handelsdelegierte Christian Miller in den Bereichen wie Infrastruktur, Bau- und Bauzulieferungsbranche, im Energiemarkt sowie im Tourismussektor. Miller: "Gerade im Sektor Energie besteht dringlicher Modernisierungsbedarf, da die Wasserkraftwerke veraltet sind und die Kapazitäten dem rasch steigenden Stromverbrauch nicht gewachsen sind. Das gilt auch für das albanische Stromleitungsnetz und die Umspannwerke." Österreichische Unternehmen waren bereits bei Ausschreibungen im Bereich Umspannwerke und Leitungsnetze erfolgreich und finden weiterhin gute Chancen bei Ausschreibungen im gesamten Energiebereich sowie solchen zur Verbesserung der Wasserversorgung und dem Bau von Kläranlagen. Aufgrund des steigenden Lebenshaltungsniveaus wird Albanien ferner als Absatzmarkt für Konsumgüter zunehmend interessant. Eine nicht zu unterschätzende Chance bieten auch internationale durch Weltbank oder EBRD finanzierte Projekte oder die Projekte der österreichischen Entwicklungshilfe ADA. Einzelne internationale Projekte werden auch von Österreich kofinanziert. Miller: "Eine längerfristige Perspektive bietet ferner der Tourismus. Mit anhaltender Stabilität und Eindämmung der Rechtsunsicherheit könnten entsprechende Investitionen durchaus interessant sein."

Die österreichische Präsenz in Albanien war bis Anfang 2004, verglichen mit der Präsenz in anderen Staaten auf dem Balkan, relativ gering. Dies änderte sich grundlegend mit der Übernahme der größten albanischen Bank durch die Raiffeisen Zentralbank Österreich im Wege der Raiffeisen International Holding GmbH im April 2004. Hervorzuheben sind bei den österreichischen Investitionen auch das Rogner-Hotel in Tirana und die Erdölprospektion der OMV. Die Strabag hat als erste österreichische Baufirma in Albanien eine Tochtergesellschaft gegründet. Auch die bekannte Wiener Rechtsanwaltskanzlei, Wolf Theiss, hat sich in Tirana etabliert.
Im Jahre 2005 gründeten mehrere österreichische Bauzulieferfirmen Töchter in Albanien.

Der Albanien-Tag der AWO wurde in Kooperation mit der Raiffeisenzentralbank/Raiffeisen International, Wolf Theiss Rechtsanwälte GmbH und dem Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) abgehalten. (BS)

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