"Schrödinger-Katze" in der Lobau - Risikofaktor Probebohrungen

Wien (OTS) - Als Risikounternehmen bezeichnet die
Umweltorganisation VIRUS die ab November geplanten Probebohrungen für die sogenannte "Lobauautobahn".

Durch die Tiefe der Bohrungen und die als Weltkriegsrelikt im Grundwasser vorhandene Ölaltlast besteht die Gefahr einer Schadensausbreitung in tiefergelegene Grundwasserhorizonte.

Wolfgang Rehm, Sprecher der Organisation bemüht einen Vergleich aus der Quantenphysik: "Aus der "Schrödinger'schen Katze", dem berühmten Gedankenexperiment des Nobelpreisträgers, lässt sich die allgemeine Erkenntnis ableiten, dass die Durchführung einer Messung den Zustand des Meßobjekts beeinflusst. Frei auf die im Lobauuntergrund bestehende Ungewißheit umgelegt bedeutet dies, dass Neugierde tückisch ist. Durch die Schaffung neuer "Wegigkeiten" für das gefährliche Öl kann bereits das Nachschauen Schaden anrichten.

Laufende Bohrungen in Nationalparknähe zeigen schwierige Bedingungen, die das Risiko noch verstärken."

Eine derzeit laufende aufwendige Inseratenkampagne der Stadt Wien bezeichnet Rehm als mit viel Steuergeld produzierte Themenverfehlung.

Unter anderem kritisiert die Umweltorganisation, dass bei einem geplanten Tunnelvortrieb in geologisch schwierigem Gelände direkte und indirekte Beeinträchtigungen sowohl von Untergrund (die für die Au wichtigen Grundwasserströme) als auch der Oberfläche des Nationalparks (Setzungen) nicht ausgeschlossen werden können - von der behaupteten "absoluten Unberührtheit" des Nationalparks könne daher nicht die Rede sein. Jede Form der Lobauquerung ist für VIRUS schon allein aus verkehrspolitischen und Klimaschutzgründen grundsätzlich abzulehnen. "Nachdem es die propagierte Verkehrsentlastung durch die S1 -"Lobauautobahn" nur auf der politischen Bühne aber nicht einmal mehr in den Annahmen der ASFINAG gibt, besteht kein Grund die mit Probebohrungen und einem späteren Tunnelvortrieb verbundenen Risiken einzugehen," so Rehm.

Als Zeichen des Widerstandswillens veranstaltet VRUS gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen und mit Bürgerinitiativen am 1.11, beginnend um 15:30 in Groß-Enzersdorf eine "Mahnwache in der AU".

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Wolfgang Rehm
Tel.: 0699/12419913
virus.umweltbureau@wuk.at

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