Neues Volksblatt: "Luxus" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. Oktober 2006

Linz (OTS) - Personaldiskussionen innerhalb der Parteien sind in
den seltensten Fällen rein rational gesteuerte Abläufe. Da es solche Diskussionen fast ausschließlich in schwierigen Zeiten gibt, prägen eher Emotionen die Debatte. Was wiederum die Sache für die jeweilige Partei nicht leichter macht. Die SPÖ hatte eine sechs Jahre dauernde Obmanndebatte hinter sich gebracht, ehe Alfred Gusenbauer am 1. Oktober dank eines Verlustes von 200.000 Stimmen zur umjubelten Nummer 1 in der SPÖ aufstieg, weil die ÖVP einen Prozentpunkt hinter den Sozialdemokraten landete.
Darum hat jetzt auch die ÖVP diese Diskussion am Hals - und braucht sie zum jetzigen Zeitpunkt so notwendig wie einen Kropf. Nicht, dass man nicht über die personelle Zukunft in der Partei reden sollte, aber der Platz dafür sollten die Gremien und nicht unbedingt schlagzeilenträchtige Interviews Partei-Altvorderer (den so genannten Granden) sein. Dass die ÖVP mit diesem Wahlergebnis nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann und will, wurde deutlich gemacht. Neben den Regierungsverhandlungen noch eine weitere Front zu eröffnen, ist aber reinster politischer Luxus.

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