ÖAMTC: Nicht Tempo drosseln, sondern sinnvolle Umweltmaßnahmen setzen

Club fordert die Länder auf, Partikelfilter-Nachrüstung zu fördern

Wien (OTS) - Drei von vier österreichischen Autofahrern sind laut einer aktuellen ÖAMTC-Umfrage gegen eine Ausdehnung der Tempo 100 Beschränkungen auf Autobahnen - und das zurecht. Die Herabsetzung von Tempolimits stellt sich zunehmend als ungeeignete Maßnahme dar, um Schadstoffemissionen nachhaltig zu reduzieren. "So hat man etwa auf der Rheintalautobahn in Vorarlberg Tempo 100 wieder aufgegeben, weil der erwartete Effekt ausgeblieben und die erhoffte Reduktion von Schadstoffen nicht eingetreten ist. Erwartet wurde eine Feinstaubreduktion um 13 Prozent, tatsächlich lag sie nur zwischen ein und vier Prozent. Ähnlich verhält es sich bei Stickstoffoxiden", erklärt Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Maßnahmen, die von den Autofahrern als Schikane empfunden werden, obwohl sie ohnehin angesichts hoher Spritpreise immer tiefer in die Tasche greifen müssen, lehnt der ÖAMTC strikt ab.

Dass Österreichs Autofahrer bereit sind in umweltfreundliche Maßnahmen zu investieren, haben sie in den vergangenen 20 Jahren mehrfach bewiesen. Auch in der aktuellen ÖAMTC-Umfrage zur Akzeptanz von Tempo 100 gab es eine hohe Zustimmung zum Einsatz von Partikelfiltern und zur Förderung alternativer Kraftstoffe.

Deshalb fordert der ÖAMTC:

* "Bevor Tempolimits verordnet werden, müssen die Schadstoffe nach Art und Höhe des Beitrags der einzelnen Verursacher analysiert werden. Gleichzeitig müssen über Verkehrsbeeinflussungsanlagen sämtliche situationsrelevante Daten wie Verkehrsdichte, Anteile von Pkw- und Lkw-Verkehr, meteorologische Daten und andere Emissionsquellen erfasst werden.

* Es muss eine ausreichende Anzahl an Messstellen vorhanden sein. Die Messungen müssen dort vorgenommen werden, wo die Bevölkerung besonders betroffen ist. Wenn sich der Straßenverkehr als Mitverursacher herausstellt und Tempolimits verordnet werden, dann dürfen diese nur bei Überschreitung von Grenzwerten, jedenfalls aber zeitlich und räumlich befristet, gesetzt werden", fordert Rohracher.

* Außerdem erwartet der Club eine ständige Evaluierung. Die Wirksamkeit der Maßnahme muss nachgewiesen werden und zwar unter Einbeziehung sämtlicher beeinflussender Rahmenbedingungen. "Sollte die erwartete signifikante Verbesserung der Luftqualität nicht eintreten, ist die Maßnahme sofort auszusetzen", verlangt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

* Die vom ÖAMTC initiierte Förderung von Neuwagen mit Partikelfilter hat bereits Wirkung gezeigt. Vom Beginn mit Juli 2005 bis Ende September 2006 wurden rund 85.000 neue Diesel-Pkw mit Partikelfilter gefördert, das sind derzeit 74 Prozent der Diesel-Pkw über 80 kw, und 43 Prozent der Diesel-Pkw bis 80 kw. Nun sind für den ÖAMTC aber Bund und Länder ebenfalls gefordert entsprechende Förderungen für Nachrüstpartikelfilter landesweit anzubieten. Derzeit gibt es nur in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark Förderungen für Nachrüstpartikelfilter. Hier schießt das Land jeweils 300 Euro für den Einbau eines Nachrüstfilters zu, zusätzlich zur Landesförderung legen einige Städte noch Förderungen drauf.

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