1. Wiener Alzheimertag, 3. November 2006, im Rathaus

"Nicht vergessen - denk’ an’s Hirn!"

Wien (OTS) - Die Alzheimerkrankheit, und hier sind sich weltweit alle Experten einig, stellt eine der größten Herausforderungen an die Medizin des 21. Jahrhunderts dar. Alle 7 Sekunden wird weltweit ein neuer Fall von Demenzerkrankung diagnostiziert, auch in Österreich tragen Demenzerkrankungen wesentlich zur Zunahme von Pflegebedürftigkeit bei. Am 3. November, fast genau 100 Jahre nach der Erstbeschreibung der Alzheimerkrankheit, findet erstmals für alle Wienerinnen und Wiener ein frei zugänglicher, großer Gesundheitstag zum Thema Alzheimerkrankheit im Wiener Rathaus statt.

Im Jahre 1906 beschrieb der deutsche Psychiater Alois Alzheimer (1864 - 1915) erstmals jene Krankheit, die später auch nach ihm benannt werden sollte.

100 Jahre danach stellen in Österreich, aber auch weltweit, Demenzerkrankungen die Herausforderung an die Medizin des 21. Jahrhunderts dar. Während heute knapp 100.000 Österreicher an Demenz leiden, wird diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf 250.000 ansteigen. Weltweit sind derzeit etwa 24,3 Millionen Menschen an einer Form von Demenz erkrankt; jedes Jahr wird die Diagnose 4,6 Millionen Mal neu gestellt. Das entspricht einem neuen Demenzfall alle 7 Sekunden! Nach neuesten Erkenntnissen wird sich die Zahl der Demenzpatienten alle 20 Jahre verdoppeln; im Jahr 2040 muss global mit einer Zahl von 80 Millionen Betroffenen gerechnet werden.

Beeinflussung des Erkrankungsverlaufs möglich

Eine große Informationsveranstaltung zu diesem Thema wird im Auftrag der Stadt Wien unter Patronanz der amtsführenden Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Mag. Renate Brauner, unter Einbeziehung zahlreicher im Gesundheitsbereich tätiger Einrichtungen erstmals in Form eines öffentlichen, gratis zugänglichen, Publikumstages - "1. Wiener Alzheimertag" - im Wiener Rathaus stattfinden.

"Bei Psychischen Erkrankungen im Alter ist die Früherkennung und möglichst rasche Behandlung besonders wichtig. In Wien gibt es ein breites Betreuungsangebot für DemenzpatientInnen und deren Angehörige, das natürlich allen offen steht. Der 1. Wiener Alzheimertag soll dazu beitragen, die Enttabuisierung psychischer Probleme voranzutreiben, das Wissen über dieses Thema in der Bevölkerung zu erhöhen und die Hemmschwellen bei der Inanspruchnahme adäquater Hilfe abzubauen", erklärt Mag. Renate Brauner, Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin.

Derzeit werden ca. drei Viertel aller Demenzpatienten in häuslicher Pflege von Angehörigen versorgt. Bei Ausnutzung aller verfügbaren Vorsorge- und Behandlungs- Maßnahmen wäre es möglich den Anteil an Personen, die eine institutionalisierte Betreuung benötigen werden, künftig zu reduzieren. Prim. Dr. Andreas Winkler, MSc, Vorstand der Abteilung für Neurologische Geriatrie und Rehabilitation im Haus der Barmherzigkeit, Wien: "Wir müssen endlich das Thema enttabuisieren und offen über eine der größten epidemiologischen Herausforderungen für eine immer älter werdende Gesellschaft sprechen. Unter Ausnutzung aller modernen Therapiemöglichkeiten und Betreuungskonzepte ist es auch heute schon möglich, viel Leid der Patienten und deren Angehörigen zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung deutlich zu verlangsamen".

Alzheimer ist kein Schicksal mehr

Dass Alzheimer kein Schicksal ist, dem man machtlos gegenüber steht, ist die gute Nachricht und Hauptthema des 1. Wiener Alzheimertages. Die bekannte TV-Talk-Lady und Dancing-Star Barbara Karlich führt durch ein interessantes und kurzweiliges Programm. Neben vielen Informationen zur Früherkennung und Behandlung von Hirnleistungsstörungen werden jede Menge Unterhaltung und ein Wiedersehen mit Publikumslieblingen wie z.B. Waltraud Haas und Erwin Strahl geboten.

Zahlreiche prominente Ärzte und Experten werden Fragen zum frühzeitigen Vergessen beantworten und stehen auch für persönliche Beratungsgespräche zur Verfügung. Ein buntes Rahmenprogramm mit Quiz und vielen "Mit-Mach-Aktivitäten" erwartet die Besucher. So kann man kostenlos verschiedene Gesundheitstests durchführen oder sein eigenes Alzheimer-Risiko testen lassen. Die Stadt Wien präsentiert moderne Gesundheitseinrichtungen und gibt Tipps und Ratschläge, was man selber für seine geistige Fitness tun kann bzw. an wen man sich wendet, sollte man einmal Hilfe benötigen.

"Alzheimer erfahren" - eintauchen in die Welt von Alzheimer-Erkrankten

Wie erlebt ein Alzheimer-Erkrankter den fortschreitenden Verlust seiner geistigen und körperlichen Fähigkeiten? Wie verändert das schleichende Vergessen sein Seelenleben? Wie orientiert er sich in einer Welt, die zunehmend fremd und unverständlich erscheint? Wie können Symptome der Alzheimerkrankheit als verzweifelter Abwehrkampf gegen den zunehmenden Zerfall der Persönlichkeit verstanden werden? Wer Herz und Sinne öffnet, der kann beim 1. Wiener Alzheimertage eine Reise durch die Lebenswelt von Alzheimer-Patienten antreten. Sechs räumliche Installationen, die als Erlebenswelten begehbar sind, machen die spezielle Lebenssituation der Alzheimer-Betroffenen dem Besucher über dessen eigene Sinne und Gedanken erfahrbar. "Alzheimer erfahren" ist das Ergebnis einer intensiven Diskussion unterschiedlicher Berufsgruppen des Hauses der Barmherzigkeit, gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Kommunikation, Kunst und Kultur. " Das innovative Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe Rotat und der Firma Pfizer als sinnlich-emotional erlebbare Ausstellung entwickelt. Ziel ist es, mehr Verständnis für die Opfer dieser Erkrankung und die enormen Herausforderungen, denen betreuende Angehörige ausgesetzt sind, zu erzielen. (Schluss) brc

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