Sechs Ö1-Sendungen zum 85. Geburtstag von Ilse Aichinger

Wien (OTS) - Am 1. November begeht die österreichische Schriftstellerin Ilse Aichinger ihren 85. Geburtstag. Ö1 widmet der vielfach ausgezeichneten Literatin aus diesem Anlass sechs Sendungen:
"Tonspuren" (27.10.), "Hörbilder" (28.10.), "Du holde Kunst" (29.10.), "Ex libris" (29.10.), "Radiogeschichten" und ein "Hörspiel-Studio" (beide am 31.10.)

"Ich werd’ mich noch beim Sterben langweilen oder Die paradoxe Lebenslust der Ilse Aichinger" lautet der Titel des Porträts der großen österreichischen Autorin Ilse Aichinger in den "Tonspuren" am 27. Oktober ab 22.15 Uhr in Ö1 (Wh.: 29.10., 21.15 Uhr). "Komm süßer Tod" heißt einer ihrer Lieblingsfilme, am liebsten wäre es Ilse Aichinger, gar nicht geboren zu sein. Trotzdem feiert sie am ersten November dieses Jahres ihren 85. Geburtstag. Tagtäglich geht sie ins Kino, oft drei bis vier Mal. Nirgends kann sie so gut der Langeweile entgehen, nirgends kann sie so gut verschwinden. Die meisten von Ilse Aichingers jüdischen Verwandten wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Ihre Zwillingsschwester konnte noch rechtzeitig nach England emigrieren, Ilse selbst überlebt als Mischlingskind mit ihrer Mutter in Wien. 1948 erscheint ihr Roman "Die größere Hoffnung", der erste und für lange Zeit einzige ästhetisch gelungene Reflex auf die Verfolgung im Dritten Reich, in dem das Wort "Nationalsozialismus" kein einziges Mal fällt. Für ihre berühmte "Spiegelgeschichte" erhält sie 1952 den Preis der Gruppe 47, 1953 heiratet sie den Schriftsteller Günter Eich. Jahrzehnte lang lebt sie mit ihrer Familie auf dem Land, vermisst das Kino und schreibt Erzählungen, ohne zu erzählen. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Ilse Aichinger wieder in Wien. Hier entsteht fast nebenbei die einzigartige Autobiografie der Lebens- und Schreibkünstlerin: Blitzlichter fallen auf Filme die sie gesehen, Gegenden, die sie erlebt, Menschen, die sie getroffen hat.

Unter dem Titel "Ein Gesicht - zwei Leben" steht Ilse Aichingers Zwillingsschwester Helga Michie und ihr Leben im Schatten der Literatur im Mittelpunkt der "Hörbilder" am 28. Oktober ab 9.05 Uhr in Ö1. Die ersten siebzehn Jahre verbrachten die beiden Schwestern gemeinsam, nach Kriegsende kam es zum Wiedersehen in London. Man hatte darauf gehofft, doch nicht mehr daran geglaubt. Geografisch verliefen die Leben der beiden Schwestern fortan weitgehend getrennt - ihre Beziehung ist jedoch unverändert fruchtbar und stabil.

"Und hätt’ ich keine Träume - so wär ich doch kein anderer" lautet der Titel von "Du holde Kunst" am 29. Oktober ab 8.15 Uhr. Sabine Sinjen liest Gedichte von Ilse Aichinger, den musikalischen Rahmen bilden Werke von Frédéric Chopin, Antonin Dvorak u.a. Und in "Ex libris - das Bücherradio" (29.10., 18.15 Uhr) wird u.a. "Ilse Aichinger, ein Bilderbuch von Stefan Moses" vorgestellt, erschienen im S. Fischer Verlag.

Am 31. Oktober stehen zwei Ö1-Sendungen ganz im Zeichen der Autorin. In den "Radiogeschichten" (11.40 Uhr) liest Marianne Hoppe Aichingers Erzählung "Mondgeschichte". Den Abschluss macht das "Hörspiel-Studio" (20.31 Uhr): In Aichingers Werk "Die größere Hoffnung" wirken Axel Corti, Katharina Stemberger u. a. mit. Für Bearbeitung und Regie dieser ORF-Produktion aus dem Jahr 1991 zeichnet Klaus Gmeiner verantwortlich. Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind abrufbar unter http://oe1.ORF.at (ih)

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