ARBÖ: 3.000 haben in Oberösterreich bereits gegen Tempo 100 auf Autobahn unterschrieben

In Tirol startet der ARBÖ nun ebenfalls mit Unterschriftenaktion in allen Prüfzentren

Wien (OTS) - Nach dem erfolgreichen Start der Unterschriftenaktion gegen Tempo 100 auf der Autobahn in Oberösterreich, startet der ARBÖ in Tirol heute, Montag, ebenfalls mit einer Unterschriftenaktion. In allen Prüfzentren des ARBÖ Tirol sowie in der Landesorganisation haben Autofahrer Gelegenheit, ihren Protest zu Papier bringen. "Schon 3.000 Autofahrer haben in Oberösterreich gegen Tempo 100 unterschrieben. Unsere Unterschriftenlisten liegen in allen oberösterreichischen Prüfzentren und bei den Pannenfahrern auf", berichtet der Geschäftsführer der ARBÖ-Landesorganisation Oberösterreich Wolfgang Prammer.

In Oberösterreich soll ab Anfang November auf einem 18 Kilometer langen Teilstück der dreispurigen Westautobahn (A1) zwischen Haid und Sattledt Tempo 100 für alle Fahrzeuge verhängt werden, um den Feinstaub zu bekämpfen. Auch in Tirol soll auf der 100 km Strecke auf der Inntalautobahn (A12) zwischen Kufstein Süd und Zirl das Autobahntempo auf 100 beschränkt werden.

Zur Drosselung des Feinstaubs ist eine allgemeine Temporeduzierung auf Autobahnstrecken nicht zielführend, unterstreicht der ARBÖ und führt im einzelnen folgende Argumente ins Treffen:

1. Undifferenzierte Tempolimits für alle treffen die Falschen: Auch Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter sind davon betroffen, genauso wie Benziner, die gar keinen Feinstaub ausstoßen. "Alle über einen Kamm scheren, und selbst die modernen und umweltfreundlichen Autos mit einem Tempolimit zu bestrafen, versteht kein Mensch", argumentiert ARBÖ-Geschäftsführer Leo Musil. Selbst Umweltschützer verstehen so eine Politik nicht, bei der kein Unterschied gemacht wird zwischen Autofahrern mit "neuester, umweltfreundlicher" Technik und veralterten PKW.

2. Bisherige Erfahrungen mit Tempolimits sind sehr enttäuschend: In Graz hat man es schon vor zwei Jahren probiert und es hat wenig gefruchtet. In Bregenz wurden statt der erhofften 17 Prozent Reduktion nur 3 bis 4 Prozent festgestellt. "Da auf den PKW-Straßenverkehr nur 6,5 Prozent der Feinstaub-Emissionen entfallen, kann man durch Tempolimits auf Autobahnstrecken keine nennenswerten Erfolge erzielen", so der ARBÖ-Geschäftsführer. Und die LKW, die ja ohnehin auf Autobahnen nie schneller als Tempo 80 fahren dürfen, sind vom dem 100er-Limit nicht betroffen.

3.Anders, als in anderen Teilen Österreichs funktioniert laut Angaben der ASFINAG in Kufstein und Innsbruck bereits die Telematik, also die elektronisch gesteuerten Überkopfanzeigen, die eine intelligente und flexible Feinsteuerung möglich macht. Leo Musil: "Statt einem starren Tempolimit für alle kann man gerade hier mit Hilfe der flexiblen Tempoanzeigen dann auf Tempo 100 schalten, wenn die Feinstaub-Grenzwerte aktuell übertroffen werden. Wozu installiert man teure Telematik, um anschließend ihre Vorteile nicht zu nutzen? Das versteht ja niemand."

4. Wer gerade in den letzten Monaten auf der Autobahn mit Baustellen konfrontiert war, fragt sich, wozu man Autobahnen für viel Geld für Tempo 130 ausbaut, damit man dann fast ein halbes Jahr lang nur Tempo 100 fahren kann?

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