Weiterer Gentech-Reis in Europa: GLOBAL 2000 erhebt schwere Vorwürfe gegen Gesundheitsministerin Rauch Kallat

GLOBAL 2000: KonsumentInnen schützen, illegale Produkte beim Namen nennen, Rückrufaktion unverzüglich anordnen.

Wien (OTS) - Wie die EU-Kommission jetzt bekannt gegeben hat, ist
in Frankreich eine weitere illegale Gentech-Reis-Sorte gefunden worden. Anlässlich der dritten Gentech-Reis-Sorte, die illegal in den europäischen Handel gelangt ist, erhebt die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der Gesundheitsministerin Rauch Kallat. Die Umweltschutzorganisation ortet fahrlässige Versäumnisse beim Schutz der KonsumentInnen in Zusammenhang mit dem europäischen Gentech-Reis-Skandal.

Wie auf der Homepage der AGES (der staatlichen "Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit") nachzulesen ist, sind 18 Prozent der aktuell in Österreich getesteten 210 Reis-Proben gentechnisch belastet. Daraus ist zu schließen, dass kontaminierter Gentech-Reis flächendeckend in Österreich verkauft wurde, sich demnach in zahlreichen Haushalten befindet und auch verzehrt wird. "Es ist ein Skandal, dass die alarmierenden Ergebnisse der AGES-Untersuchungen nicht zu einer umfassenden Warnung der KonsumentInnen geführt hat", kritisiert Jens Karg, Gentechnik-Sprecher von GLOBAL 2000. "Aus dem Handel aus dem Sinn, scheint das neueste Motto der Ministerin zu sein, denn lediglich der Handel wurde über die Ergebnisse der Analysen informiert und aufgefordert, die betroffenen Waren auszulisten. Doch was ist mit den bereits verkauften kontaminierten Reisprodukten? Die verantwortliche Ministerin Rauch Kallat verschweigt der Öffentlichkeit die Produktnamen und hat es verabsäumt, entgegen ihrer Zusage, Rückrufaktionen für die betroffenen Produkte anzuordnen. Jede Reispackung in den Vorratsschränken der KonsumentInnen könnte betroffen sein. Wirksamer Schutz sieht definitiv anders aus!"

Fazit von GLOBAL 2000: Derzeit ist der Schutz der KonsumentInnen vor den hinsichtlich ihrer Gesundheitsauswirkungen ungeprüften Gentech-Produkten nicht gegeben. Immer wieder wird Gentech-Reis in Lebensmittelgeschäften in Europa gefunden. Alle drei bisher in Europa aufgetauchten Gentech-Reis-Sorten (LL601, LL62, Bt 63) werden weltweit nicht kommerziell angebaut und zwei dieser Sorten (LL601, Bt63) haben weltweit keinerlei Zulassungsverfahren durchlaufen. Trotzdem finden sie sich in der Nahrungskette wieder. "Die Kontamination stammt von Versuchsfeldern", vermutet Karg. Der aktuelle Gentech-Skandal zeigt auf, dass selbst bei kleinen Anbauflächen eine Kontamination der gentechfreien Felder nur schwer vermeidbar ist. "Wirksamer Konsumentenschutz muss deshalb jeden Anbau von Gentech-Saatgut in Frage stellen", schließt Karg.

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