Neues Volksblatt: "Getrickse" (Von Christan Buchar)

Ausgabe vom 20. Oktober 2006

Wien (OTS) - Das Mauscheln blüht: Die ÖVP versuche zu tricksen, wolle eine Koalition mit FPÖ und BZÖ oder setze überhaupt gleich auf Neuwahlen. Zum SPÖ-Gegenüber ist es diesbezüglich dagegen verdächtig ruhig. Dabei ist das Tricks-Potenzial dort erstens nicht minder vorhanden und, zweitens, mit einer besseren Ausgangsposition versehen.
Nein, die Rede ist nicht von einer Dreier- oder Vierer-Variante, obwohl die SPÖ mit Rot-Grün-Blau-Orange im ORF ja bereits Erfahrungen gesammelt hat, die sie in Sachen U-Ausschuss zu den Eurofightern demnächst rot-grün-blau vertiefen dürfte. Geradezu auffallend zu kurz kommt aber die Neuwahl-Option, auf die es die SPÖ - entweder in Kürze oder nach Kreisky'schem Vorbild auch nach einer kurzen Phase einer Minderheitsregierung - anlegen könnte. Ihr Risiko bei einem flotten neuen Wahlgang ist derzeit jedenfalls sicher begrenzter als das der ÖVP. Und ihr Agieren, Stichwort U-Ausschuss, lässt sich als Vorbereitung in diese Richtung interpretieren. Dass in der öffentlichen Wahrnehmung der Fokus in Bezug auf Tricksereien auf Schüssel und die ÖVP reduziert wird, kann jedenfalls bereits als gelungener Trick von Gusenbauer & Co gewertet werden.

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