EconGas - Bilanz 2005/2006

Erfolgreiche Internationalisierung bringt gutes Ergebnis

Wien (OTS) -

  • Starkes Mengenwachstum durch langen und kalten Winter
  • Ausbau der Handelsaktivitäten und des Risikomanagements
  • Verlängerung der Erdgaslieferverträge mit Russland bis 2027 stärkt Versorgungssicherheit
  • Wechsel an der EconGas Spitze: Jesco Kistowski löst Udo Raap ab

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EconGas, Österreichs größter Erdgasanbieter für Businesskunden am europäischen Markt, hat seine wachstumsorientierte Entwicklung im In-und Ausland nachhaltig ausgebaut. "Die Erfolgsgeschichte EconGas setzt sich auch im dritten Jahr fort. Unsere Internationalisierungsstrategie ist voll aufgegangen. Trotz herausfordernder Marktbedingungen haben wir unseren Auslandsabsatz verdoppelt und uns am internationalen Markt etabliert", so Michael Peisser, EconGas-Geschäftsführer. Im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr, das am 31. März 2006 endete, erwirtschaftete EconGas einen Bilanzgewinn von 72,8 Millionen Euro. Mit 7,8 Milliarden Kubikmeter verkauftem Erdgas konnte die Absatzmenge um fast 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. "Dieses hervorragende Ergebnis unterstreicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von EconGas. Dabei muss klar sein: die Voraussetzung für unser Kerngeschäft sind Versorgungssicherheit und Stabilität", so Jesco Kistowski, seit August 2006 gemeinsam mit Peisser an der EconGas-Spitze. Ein Meilenstein für die langfristige Sicherung der österreichischen Erdgasversorgung ist die Verlängerung der Erdgaslieferverträge bis 2027. Jährlich werden so sieben Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland importiert.

Der wirtschaftliche Erfolg von EconGas setzt sich auch im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr 2005/2006 fort. Die Absatzmenge von 7,8 Milliarden Kubikmetern brachte Umsatzerlöse in der Höhe von 1,8 Milliarden Euro - im Vergleichszeitraum 2004/2005 waren es 1,1 Milliarden Euro. Dies führte zu einem Bilanzgewinn von 72,8 Millionen Euro, bei einer Bilanzsumme von 383,4 Millionen Euro. Im Geschäftjahr 2004/2005 lagen der Bilanzgewinn bei 36,9 Millionen Euro und die Bilanzsumme bei rund 258 Millionen Euro. Die Verdoppelung des Ergebnisses ist Resultat eines konsequenten Wertezuwachses im Unternehmen und der nachhaltigen Positionierung am internationalen Erdgasmarkt.

Hauptgründe für die erfolgreiche Bilanz 2005/2006 sieht Peisser zum einen in der äußerst erfolgreichen Internationalisierungsstrategie von EconGas: "Wir haben uns trotz schwieriger Rahmenbedingungen im internationalen Wettbewerb behauptet. Die Verdoppelung unseres Auslandsgeschäfts innerhalb nur eines Jahres verdeutlicht dies. Gleichzeitig ist die Umsatzrentabilität aufgrund des höheren Preisniveaus im Ausland doppelt so hoch wie im Inland. Für uns heißt das, wir werden auch in Zukunft stark auf den Ausbau unserer Auslandsaktivitäten setzen." 62 Prozent des Absatzzuwachses 2005/2006 wurden im Ausland erreicht. Zum anderen hat aber auch der lange und kalte Winter wesentlich zur Absatzsteigerung beigetragen.

Weiterer Eckpfeiler der erfreulichen Bilanz ist der Ausbau der Handelsaktivitäten und die professionelle Weiterentwicklung des Risikomanagements. "Gerade das von EconGas betreute und im liberalisierten Energiemarkt stark umworbene Geschäftsfeld Business-to-Business verlangt Planungssicherheit und die können wir mit unserem Energiemanagement bieten. Wir bieten unseren Kunden mit individuellen Hedging-Strategien attraktive, kalkulierbare Preisprodukte trotz der internationalen Preisentwicklung der Rohstoffkosten und des damit verbundenen Anstiegs der Erdgasimportpreise", so Peisser.

Auch die wirtschaftliche Optimierung des Inlandsgeschäfts war eine weitere Vorgabe des vergangenen Geschäftsjahres. "Unsere Strategie ist klar: Wir setzen auf schlanke Strukturen und hohe Effizienz, das hält unsere Kosten gering", betont Peisser. Die Serviceorientierung und das Know-how der Mitarbeiter sind dabei ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Produktivität gemessen am Absatz ist mit rund 112 Millionen Kubikmeter pro Mitarbeiter auch im internationalen Vergleich für ein Handelsunternehmen beachtlich. Die pro Mitarbeiter abgesetzte Menge entspricht etwa dem Jahresbedarf von 56.000 Haushalten.

"Wir verfolgen in unserem Geschäft klare Effizienz- und Rentabilitätsgrundsätze. Nur als wirtschaftlich starker Partner ist es uns überhaupt erst möglich, Verhandlungen am internationalen Parkett zu führen. Wachstum bedeutet für uns eine gewisse Größe, die es uns ermöglicht, Verhandlungen mit international bedeutenden Playern auf gleicher Augenhöhe zu führen", so Peisser.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Kistowski eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs im In- und Ausland. "Für uns bedeutet das, kontinuierlich den Ausbau der Auslandsaktivitäten voran zu treiben. Unsere Marktchancen werden sich durch die voranschreitende Liberalisierung weiter erhöhen", ist Kistowski zuversichtlich.

Verlängerung der Erdgaslieferverträge stärkt Versorgungssicherheit

Gerade im liberalisierten Erdgasmarkt ist Versorgungssicherheit neben dem Preis das wesentliche Unterscheidungs- und Qualitätsmerkmal unter Erdgasanbietern. Und hier kann EconGas seit Ende September 2006 mit einem weiteren wesentlichen Asset aufwarten. Im Rahmen der Verlängerung der Erdgaslieferverträge mit Russland bis 2027 ist EconGas nun direkt in ein Vertragsverhältnis mit Gazexport eingetreten und löst dabei den bisherigen Vertragspartner OMV Gas International GmbH ab. Rund sieben Milliarden Kubikmeter Erdgas werden pro Jahr aus Russland importiert. EconGas bezieht davon drei Viertel. Damit wird die Versorgung Österreichs mit Erdgas langfristig gesichert. "Die Stabilität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von EconGas waren auch wesentliche Vorraussetzungen für die Übertragung der Erdgaslieferverträge an EconGas. Das stärkt uns ganz wesentlich in unserem Kerngeschäft: als Österreichs größter Erdgasversorger für Weiterverteiler und Businesskunden die Versorgungssicherheit zu gewährleisten", unterstreicht Peisser die Bedeutung der langfristigen Lieferverträge für EconGas.

Bereits seit 1968 bezieht die OMV, als damals erstes westeuropäisches Unternehmen, in einer äußerst erfolgreichen und verlässlichen Zusammenarbeit, russisches Erdgas von der heutigen Gazprom/Gazexport. Gazexport als 100-Prozent-Tochter des größten Erdgasproduzenten der Welt, Gazprom, nimmt im Export von Erdgas weltweit die führende Rolle ein. Ungefähr 25 Prozent des europäischen Erdgasbedarfs werden von Gazexport abgedeckt. Insgesamt wurden in den letzten 38 Jahren rund 150 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland importiert. "Angesichts des stetig steigenden Erdgasverbrauchs und unserer weiteren Wachstumspläne ist es für uns entscheidend, diesen zunehmenden Bedarf vertraglich langfristig mit einem zuverlässigen Partner abzusichern. Die riesigen Reserven der westsibirischen Erdgaslagerstätten bilden dabei die Basis", so Peisser. Das in Russland geförderte Erdgas wird über das größte Pipelinesystem der Erde geliefert und gelangt nach ca. 4.500 Kilometern zu einem der bedeutendsten Erdgasknotenpunkte Europas, der Erdgas-Übergabestation Baumgarten/March.

Neben den langfristigen Lieferverträgen mit den russischen Partnern ist die konsequente Speicherung von Erdgas das zweite wesentliche Standbein der österreichischen Erdgasversorgung. EconGas ist mit einer langfristigen Speichermenge von 1,5 Milliarden Kubikmetern - das entspricht immerhin mehr als einem Sechstel des österreichischen Jahresbedarfs an Erdgas oder dem österreichischen Industriebedarf von etwa drei Monaten - der derzeit größte Nutzer von Speichervolumina in Österreich. "Die Speicherung und Bevorratung so großer Mengen ist nur mit vorausschauendem und stundengenauem Einkaufs- und Speichermanagement unter hohem Kapitaleinsatz möglich", so Peisser.

Internationalisierung als zentrales Element der Unternehmensstrategie

"Unsere Internationalisierungsstrategie ist umfassend zu verstehen. Für uns bedeutet das, nicht nur neue Märkte zu erobern, sondern auch neue Bezugsquellen zu erschließen und zu diversifizieren", erläutert Kistowski die Unternehmensstrategie. Trotz der unterschiedlichen und unausgeglichenen Wettbewerbspositionen in Europa konnte sich EconGas insbesondere in den Nachbarländern nachhaltig positionieren. "Österreich war Vorreiter der Liberalisierung und ist bereits seit Jahren ein offener Markt. In vielen europäischen Ländern gibt es aber nach wie vor noch einen großen Unterschied zwischen gesetzlicher Grundlage und tatsächlicher Umsetzung der Liberalisierung, das schafft Markteintrittsbarrieren. Für den weiteren Ausbau unseres Auslandsgeschäfts ist daher die Beschleunigungsrichtlinie, die bis 1. Juli 2007 eine vollständige Liberalisierung inklusive Unbundling bringen soll, von großer Bedeutung", hofft Kistowski in Kürze gleiche Rahmenbedingungen in allen EU-Mitgliedsstaaten vorzufinden.

Mit der Gründung der EconGas Deutschland GmbH in Regensburg und der EconGas Italia S.r.l. in Mailand wurden im Geschäftsjahr 2005/2006 die organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen, um direkt in die Märkte eintreten zu können. Sowohl der süddeutsche Zielmarkt mit dem dreifachen Erdgasbedarf Österreichs als auch der norditalienische Markt mit dem sechsfachen Verbrauchspotenzial Österreichs stellen für EconGas einen großen Zukunftsmarkt dar. In beiden Ländern müssen jedoch nach wie vor Verzögerungen durch unvollständig umgesetzte Liberalisierungsrichtlinien hingenommen werden.

"Ein weiterer interessanter Markt im Rahmen unserer Internationalisierungsstrategie ist Ungarn. Derzeit wird der ungarische Markt partiell geöffnet. Nicht nur aufgrund der geografischen Nähe, sondern vor allem aufgrund der 50-prozentigen Abdeckung seines Energiebedarfs durch Erdgas, ist unser östlicher Nachbar ein sehr interessanter Zielmarkt", betont Kistowski.

Nicht zuletzt aufgrund der Wachstumsperspektive von EconGas und des stetig steigenden Erdgasbedarfs im zentraleuropäischen Raum ist die Diversifizierung des Beschaffungsportfolios unumgänglich. "Wir gehen bei der Diversifizierung des Bezuges nach klaren strategischen Überlegungen vor. Mittel- bis langfristig streben wir eine Verbreiterung des Bezuges auf den Ebenen Bezugsquellen, Bezugskanäle und Vertragslaufzeiten an. Denn eines ist klar: ein Mehr an Diversifizierung bringt ein Mehr an Versorgungssicherheit", betont Peisser. Der Fokus liegt dabei auf dem Mittleren Osten und der Kaspischen Region. Die Anbindung an den CEE-Raum soll über das in Planung befindliche Nabucco-Pipeline Projekt erfolgen.

Wechsel an der EconGas Spitze: Jesco Kistowski löst Udo Raap ab

Am 1. August 2006 ist Dr. Jesco von Kistowski in die Geschäftsführung von EconGas eingetreten. Der 42-jährige Deutsche bildet gemeinsam mit Michael Peisser die neue Führungsspitze von Österreichs größtem Erdgasversorger für Weiterverteiler und Businesskunden.

Kistowski gilt als ausgewiesener Experte im Erdgasgeschäft in liberalisierten Märkten. Zwei Jahre nach seinem Berufseinstieg entsandte ihn Ruhrgas AG, Essen 1994 als Erdgashändler nach Houston. 1996 wechselte er zu Enron nach London und landete den damals ersten Deal im frisch liberalisierten deutschen Strom-Markt: 20 MW für das Kalenderjahr 1999 an die Stadtwerke Lüdenscheid. 1999 wechselte er als Geschäftsführer zur RWE Energy Trading Ltd. und baute dort das Trading und Risikomanagement auf. Im Herbst 2001 wurde er zum Chief Operating Officer der RWE Trading Americas Inc. in Houston ernannt. Nach seiner Rückkehr aus Houston wurde Kistowski im Sommer 2004 Finanzvorstand der RWE npower Retail in Worcester, UK, einer Division der RWE npower plc mit über sechs Millionen Haushalts- und Industriekunden. Diese Position nahm er bis zu seinem Wechsel nach Wien ein.

Erfolgsmodell EconGas

Mit BEGAS, EVN, Linz AG, OÖ. Ferngas AG, OMV Gas International und WIEN ENERGIE haben sechs österreichische Erdgasanbieter ihre Handels-und Vertriebsaktivitäten in EconGas gebündelt, um nachhaltig im anspruchsvollen Markt der Weiterverteiler und Businesskunden national und international zu bestehen. EconGas ist die Antwort der Eigentümer auf die neuen Herausforderungen der offenen Märkte. Kerngeschäft der EconGas ist der Erdgas-Direktvertrieb an Weiterverteiler und Kunden mit einem Jahresverbrauch ab 500.000 Kubikmeter in Österreich und Europa sowie der Handel mit Erdgas an internationalen Handelsplätzen. Seit Ende 2005 ist EconGas auch mit Tochtergesellschaften in Deutschland und Italien vertreten. Mit der hervorragenden Performance von EconGas am liberalisierten Markt hat sich die Zusammenlegung der Businesskunden-Bereiche der Muttergesellschaften - die so genannte österreichische Erdgaslösung - als Erfolgsmodell erwiesen.

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Anika Wagner, Pressesprecherin EconGas GmbH
Tel +43 (0) 50205-2400
anika.wagner@econgas.com
Weitere Informationen: www.econgas.com

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