- 17.10.2006, 17:17:30
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Zonas Francas - Aufschwung oder Ausbeutung?
LR Schmid eröffnet Ausstellung über Leben und Arbeiten in Nicaragua
Bregenz (VLK) - Eine gemeinsame Ausstellung von Südwind Vorarlberg
und dem Vorarlberger Nicaragua Komitee dokumentiert und hinterfrägt
das Leben und Arbeiten in den so genannten Zonas Francas in der
nicaraguanischen Stadt Tipitapa - Sonderwirtschaftszonen, in denen
steuerfrei Textilien für den Export produziert werden. Die
Ausstellung wurde heute, Dienstag, 17. Oktober im Landhaus von
Landesrätin Greti Schmid eröffnet.
Gründungen von Zona Franca Betrieben werden seit Anfang der
1990-er Jahre in Nicaragua und anderen Ländern verstärkt als Maßnahme
zur Armutsbekämpfung gefördert. Ein Viertel der Bevölkerung von
Tipitapa arbeitet in Zonas Francas. Die Löhne sichern jedoch nicht
recht viel mehr als das Überleben der Arbeiterinnen und Arbeiter.
Kündigungen auf Grund von Schwangerschaft oder Krankheit und die
Unterdrückung von Gewerkschaften sind gang und gäbe. "Armut hat viele
Gesichter. Es fordert Aktivitäten in den Bereichen Bildung,
Ernährung, Gesundheit, Infrastruktur, der Schaffung von Einkommen
oder in der politischen und wirtschaftlichen Partizipation. Nur mit
umfassenden, ganzheitlichen Strategien über die Grenzen der einzelnen
Sektoren, Regionen und sozialen Gruppen hinweg kann den verschiedenen
Dimensionen dieses Problems begegnet werden" betont Landesrätin Greti
Schmid anlässlich der Ausstellungseröffnung.
Die Ausstellung schildert das Leben und die Arbeit von fünf
Familien aus Tipitapa. Sie ordnet die persönlichen Geschichten der
Einzelnen in den sozialen und ökonomischen Hintergrund Nicaraguas ein
und nähert sich so der Frage: Sind Zonas Francas eine Chance für den
Aufschwung oder nur eine Form der Ausbeutung billiger Arbeitskraft?
Die Ausstellung "Tipitapa en las Zonas Francas" kann von 18. bis
26. Oktober werktags von 8.00 bis 18.00 Uhr im Landhaus in Bregenz
besucht werden.
Rückfragehinweis:
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