Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Hunger hat System (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 17. Oktober 2006

Klagenfurt (OTS) - Nur wenige Leute wissen, dass Hunger und seine Folgekrankheiten mehr Leben fordern als Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen, lassen uns die Experten des World Food Programms (WFP) wissen. Noch schlimmer ist, dass die Zahl der chronisch Hungernden nach Jahrzehnten des Fortschritts weiter ansteigt. Leidtragende dabei sind Kinder.
Hat die Politik schon kapituliert? Oder warum hat sich in den letzten zehn Jahren seit dem Welternährungsgipfel 1996 in Rom die Zahl der Hungernden nicht halbiert, sondern ist sogar noch gestiegen? Hunger hat System, nur der Kampf gegen den Hunger nicht. Schaut man genauer hin, bemerkt man einen tragischen Widerspruch: Gerade die, die in der Landwirtschaft tätig sind, haben am wenigsten zum Essen. Im Zuge der beschleunigten Globalisierung der letzten 30 Jahre nahmen die Menschenrechtsverletzungen gerade gegenüber Bauernfamilien im großen (Konzern)-Stil überhand.
In Burkina Faso können eine Million traditionelle Milchviehhalter ihre Milch nicht auf den lokalen Märkten verkaufen, weil dort europäische Konzerne ihre Überschüsse mithilfe von EU-Subventionen unterhalb der Erzeugerkosten verkaufen(!). Anstatt positive Ansätze zu fördern, klammern die meisten Regierungen an neoliberalen Strukturen. Hunger hat System ...

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
ktzredaktion@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001