Neues Volksblatt: "Blendwerk" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 17. Oktober 2006

Wien (OTS) - Die bisherige Geschichte der sogenannten ÖGB-Reform ist ein leeres Blatt unter neu aufgesetzter Überschrift. Da und dort eine kurze Aussage, dazwischen eine belanglose Mitgliederbefragung -fertig ist das Blendwerk. Keine Rede, wie man es künftig mit der Überparteilichkeit hält (die verspätete Budgetvorla- ge roch ja zuletzt schon wie- der massiv nach SPÖ-Schonung). Keine Rede davon, wie etwa Arbeitnehmerinteressen in internationalen Konzernen besser vertreten, die Arbeit zwischen AK und ÖGB sauberer und effizienter gegliedert werden könnte.
Zugegeben: Wer finanziell so im Eck ist wie der ÖGB nach dem BAWAG-Skandal, mag den Kopf primär woanders haben. Tatsächlich beisst sich diese Katze aber in den Schwanz. Denn ohne klare Reformsignale ist wohl die nächste Austrittswelle nicht weit - samt weiter sinken-der Einnahmenbasis. Die traditionelle SP-Gewerkschafts- Taktik, neue Probleme ein- fach zu negieren, greift nicht. So wie sich demografische Entwicklungen, Stichwort Pensionsreform, nicht durch jahrelange gewerkschaftliche Nicht-Beachtung außer Kraft setzen ließen, werden sich auch ÖGB-Mitglieder mit Worthülsen nicht immer weiter vertrösten lassen.

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