AVISO Im 21. Jahrhundert angekommen?

Podiumsdiskussion der ÖH Uni Wien zur Neuaufstellung des Siegfriedskopfs am 18. Oktober

Wien (OTS) - Die Versetzung des Siegfriedskopfs wurde vor 16
Jahren beschlossen, dennoch reichten die Bemühungen zur Umsetzung dieses Beschlusses offensichtlich nicht aus - bis der Umbau der Aula und des Arkadenhofs, obwohl der Kopf bis heute als Treffpunkt der Burschenschafter genutzt wird, eine Veränderung erzwang. Die Begehung am Vormittag und die Podiumsdiskussion am Abend sollen den Studierenden Einblick in die Hintergründe dieses deutschnationalen Symbols und seine Rolle in der Universitätsgeschichte bieten.

"Ich gehe davon aus, dass alle akzeptieren, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind" ließ sich Rektor Winckler in der Presseaussendung zur Enthüllung des "Siegfriedskopf Neu" zitieren. Eine Aussage, die sich explizit an alle richtet, das heißt auch an die, welche jahrelang das Symbol rechtsextremen Denkens an der Universität bekämpften. Das Zitat lässt auch gar nicht so versteckt den Wunsch anklingen, es ‚gut sein’ zu lassen, einen Schlussstrich zu ziehen und vom Rechtsextremismus an der Universität - sei es in Form der Burschenschaften, sei es in Form eines alten Herren im Universitätsrat - in Zukunft zu schweigen, schließlich seien solche Konflikte nur dem Image der Universität schädlich.
Heißt, im 21. Jahrhundert angekommen zu sein, vor lauter verschiedenen, gleichberechtigten Standpunkten das rechtsextreme Symbol nicht mehr zu sehen?

Kontroversen, die sich über Jahrzehnte zogen, waren Anlass für das Rektorat, den ‚Siegfriedskopf‘ im Rahmen der Arkadenhof-Neugestaltung in seinen historischen Kontext zu stellen und diesen so einer analytischen Betrachtung zuzuführen. Nicht der Kopf selbst stört scheinbar, sondern die gängige Kontroverse. Die Podiumsdiskussion der ÖH Uni Wien hinterfragt deshalb die gegenwärtige Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit an der Universität Wien, die wissenschaftliche und künstlerische Thematisierung am Beispiel des "Siegfriedkopfs Neu".

Mittwoch, 18. Oktober 2006
10.00 Uhr: Begehung des Siegfriedskopfs / Arkadenhof:
mit Bele Marx und Gilles Mussard (künstlerische Konzeption)
20.00 Uhr: Podiumsdiskussion / HS.33 (Hauptgebäude):
Worum es bei der "Kontroverse Siegfriedskopf" eigentlich geht!

Am Podium:
- Bele Marx und Gilles Mussard
- Rainer Fuchs
- Gerhard Scheit
- Katharina Wegan
- Herbert Posch

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ÖH Uni Wien - Öffentlichkeitsarbeit
Florian Birngruber, Tel.: 0699-12.63.52.10
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