ÖAMTC sieht Tempo 100 auf Inntalautobahn skeptisch - keine vorschnellen Maßnahmen

Tempobeschränkungen nur mit "Ablaufdatum" und wenn Messwerte seriöse Grundlage bieten

Wien (OTS) - "Der ÖAMTC steht dem heute beschlossenen Lkw-Fahrverbot und Tempo 100 auf der Inntalautobahn mit Skepsis gegenüber", erklärt Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. "Wir wollen Alibimaßnahmen vermeiden. Derzeit werden Feinstaub, Ozon oder Lärm vorschnell mit 'Verkehrsbelastung' gleichgesetzt. Tatsache ist aber, dass die Ursachen sehr vielfältig sind und der Individualverkehr mit rund sieben Prozent als relativ kleiner Feinstaub-Verursacher in Erscheinung tritt." Nur eine permanente und kritische Beobachtung der Entwicklung ermöglicht eine nachhaltige Reduktion der tatsächlichen Immissionsursachen. "Daher darf keinesfalls bloß der Kfz-Verkehr beobachtet und als alleiniger Verursacher hingestellt werden, sondern es muss auch dem Hausbrand, der Industrie, der Landwirtschaft und der Fernverfrachtung Augenmerk geschenkt werden", erklärt Rohracher.

Tempobeschränkungen sollen nur dann mittels Verkehrsbeeinflussungsanlage wirksam werden, wenn diese technischen Einrichtungen in zufriedenstellender Qualität und Dichte bestehen. Demnach sollte je nach Immissionslage ein variables Tempolimit angeordnet werden. Der ÖAMTC erwartet, dass Verkehrsbeschränkungen nur nach einer seriösen Prüfung der Wirksamkeit angeordnet werden und zeitlich begrenzt sind. "Tempolimits dürfen wenn, dann nur für den unbedingt notwendigen Zeitraum gelten und keinesfalls für ein ganzes Jahr oder bis auf Widerruf", fordert Rohracher. Es kann nicht sein, dass derartige Verkehrsbeschränkungen über das Ziel schießen und sie sollten daher befristet angeordnet werden, also mit einem Ablaufdatum versehen sein.

"Außerdem erwartet der Club eine ständige Evaluierung. Eine seriöse Beurteilung der gewonnenen Daten aus den Messungen sind für unverzügliche Änderungen der Maßnahmen heranzuziehen", sagt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung abschließend.

Club fordert die Länder auf, Nachrüstung zu fördern

Möchte ein Autofahrer seinen Gebrauchten mit einem "Rußfilter" nachrüsten, erhält er, je nach Bundesland in dem sein Fahrzeug zugelassen ist, eine Förderung vom Land. So etwa in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark. Hier schießt das Land jeweils 300 Euro für den Einbau eines Nachrüstfilters zu. Zusätzlich zur Landesförderung legen die Städte Graz, Knittelfeld und Linz für eine Nachrüstung mit Partikelfilter noch einmal 100 Euro drauf. "In Kärnten und Tirol beispielsweise bekommt man nur dann eine Förderung, wenn man in Klagenfurt oder Volders wohnt. Das Land selbst vergibt keine Förderung", kritisiert Rohracher. Der ÖAMTC fordert deshalb auch alle anderen Bundesländer auf, entsprechende Förderungen anzubieten.

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