Influenza: Jetzt durch Impfen vorsorgen

Ärzte erinnern an rechtzeitige Immunisierung auch gegen Pneumokokken

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat heute dazu aufgerufen, die Möglichkeit zur Influenza-Impfung rechtzeitig, also noch im Oktober, zu nutzen. "Noch ist die Grippe-Welle nicht angelaufen, sie kann aber bei Einbruch des kalten Herbstwetters jederzeit kommen. Daher raten wir, möglichst jetzt schon zum Hausarzt zu gehen und sich impfen zu lassen", erinnerte Dr. Jörg Pruckner, Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer in einer Aussendung. Der aktuelle Impfstoff steht nun zur Verfügung. Der Empfehlungstarif der ÖÄK für die Impfung beträgt elf Euro (ohne Impfstoff).

Die Ärzte raten vor allem den über 60jährigen zur Impfung, da die Influenza in dieser Gruppe oft einen besonders schweren Verlauf haben kann. Auch für chronisch kranke Kinder und Erwachsene, sowie deren Betreuungspersonen, für Angehörige von Gesundheitsberufen und Schlüsselberufen, die täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen, empfehlen die Ärzte dringend eine ausreichende Immunisierung.

Pruckner legt österreichischen Betrieben nahe, im Rahmen gesundheitsfördernder Maßnahmen Impfungen verbilligt oder gratis anzubieten, zumal die Influenza hohe Arbeitsausfälle verursacht. "Es wäre nicht schlecht, wenn die Wirtschaftskammer, aber auch die Arbeiterkammer eine entsprechende Informationskampagne starten und mit den Ärztinnen und Ärzten bei diesem Thema an einem Strick ziehen", meint Pruckner.

Der Leiter des Instituts für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, appelliert ebenfalls an die Bevölkerung, die Impfmöglichkeit in Anspruch zu nehmen. "Im Moment ist es noch relativ ruhig. Wir haben zur Zeit noch keine Meldungen, dass der Influenza-Virus Europa schon erreicht hat. Aber die Influenza kommt bestimmt", berichtet Kunze, der auf die immer noch niedrige Durchimpfungsrate und damit hohe Ansteckungsgefahr in Österreich verweist. Am besten sei es, bereits jetzt vorzusorgen:
Impfung und die Bevorratung von Neuramidasehemmern (Tamiflu) sind laut Kunze die wirksamsten Schutzmöglichkeiten gegen die schwere Infektionserkrankung.

Auch Pneumokokken-Impfung nicht vergessen!

Keinesfalls sollten die Patientinnen und Patienten auch den Impf-Schutz vor Pneumokokken vergessen, warnt die Ärztekammer. Zur Pneumokokken-Impfung wird Säuglingen, Kleinkindern und Senioren ab dem 60sten Lebensjahr geraten. Auch hier gilt der ÖÄK-Empfehlungstarif von elf Euro (ohne Impfstoff).

Die bakteriellen Pneumokokken-Erreger können Gehirnhaut- und Bauchfellentzündung, Blutvergiftung sowie Mittelohr- und Lungenentzündung hervorrufen. Die Pneumokokken-Infektionen fordern pro Jahr etwa 900 Menschenleben. Schätzungen zufolge sterben jährlich mehr Menschen an den Folgen pneumokokkenbedingter Erkrankungen als bei Autounfällen. An Influenza erkranken jährlich etwa 400 000 Menschen in Österreich, davon sterben infolge schwerer Folgeerkrankungen bis zu 3000 Menschen.

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