Plassnik: "Gezielte Förderung der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung als Schlüssel zum Erfolg"

Außenministerin würdigt Muhammad Yunus aus Anlass der Verleihung des Friedensnobelpreises.

Wien (OTS) - "Mit Muhammad Yunus wird nicht nur ein international anerkannter Ökonom geehrt, sondern auch ein beherzter Anwalt der Armen", sagte Außenministerin Ursula Plassnik heute aus Anlass der Verleihung des Friedensnobelpreises 2006 an den 66-jährigen Wirtschaftswissenschafter Muhammad Yunus aus Bangladesch.

Yunus hat die Idee der Mikrofinanzierung entwickelt, die armen Bevölkerungsgruppen und darunter besonders Frauen die Chance gibt, einen ersten Schritt aus der Armut zu schaffen. Yunus gründete 1976 die Grameen Bank mit dem Ziel, den Ärmsten mit Kleinst- und Mikrokrediten von oft nicht mehr als 30 Dollar aus dem Elend zu helfen. Selbst Analphabeten, die sonst nirgends kreditwürdig wären, werden unterstützt. Diese Menschen waren zuvor darauf angewiesen, bei privaten Kreditgebern zu besonders schlechten Konditionen Geld zu borgen und damit ihre Situation langfristig nur zu verschlechtern.

Mittlerweise wird die Grameen-Bank und ihr System der Mikrokredite oft kopiert und die Vereinten Nationen haben das Jahr 2005 sogar zum Internationalen Jahr der Mikrokredite erklärt, um die Bedeutung von Mikrofinanzierung im Kampf gegen die weltweite Armut zu betonen. "Der ermutigende Erfolg zeigt, was ein Einzelner mit einer kühnen und weitblickenden Idee bewirken kann. Kerngedanke ist dabei die gezielte Förderung der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden mit diesen Kleinst- und Mikrokrediten weltweit unzählige kleine Betriebe gegründet, Arbeitsplätze geschaffen und damit nachhaltig zur Stabilisierung von Volkswirtschaften beigetragen", unterstrich Außenministerin Plassnik.

Mikrofinanzierung ist auch ein Teil der österreichischen Entwicklungspolitik. "Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt auf innovative Finanzdienstleistungen für Kleinstunternehmen. Denn bereits mit kleinen Beträgen kann eine beachtliche Wirkung in unseren Partnerländern erzielt werden", betonte die Außenministerin. In Nicaragua etwa wurde mit 32.000 KundInnen eine der größten Mikrofinanzinstitution des Landes aufgebaut. In Südosteuropa werden im Rahmen des European Funds die Finanzmärkte nachhaltig gestärkt. Bereits seit 1998 stellt die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit der Europäischen Kommission, Deutschland und der Schweiz Kreditlinien für Klein- und Mittelunternehmen in Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro bereit. "Diese Investition hat sich gelohnt: 230.000 neue Arbeitsplätze sind entstanden und über 30.000 Klein- und Mittelbetriebe haben durch die Kreditmöglichkeiten konkrete Entwicklungschancen erhalten", so Plassnik.

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