Herbstlohnrunde: Großer Unmut bei BetriebsrätInnen

Betriebsversammlungen nach nächstem Verhandlungstermin am 19. Oktober

Wien (GMTN/GPA/ÖGB) - Nach den heute Nacht unterbrochenen Kollektivvertragsverhandlungen über Lohn-/Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten in Metallindustrie und Bergbau informieren die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) heute die betroffenen BetriebsrätInnen in ganz Österreich über den Verhandlungsstand und die unterschiedlichen Positionen. Bei den ersten Versammlungen äußerten die BetriebsrätInnen bereits großen Unmut.++++

Die Kollektivvertragsverhandlungen wurden nach der zweiten Verhandlungsrunde in der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober vertagt. Vor allem in der Frage von unterschiedlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen auf betrieblicher Ebene herrschte Uneinigkeit. "Über intelligente Lösungen, die solidarisch, nachhaltig und produktivitätsorientiert sind, werden die Gewerkschaften jederzeit verhandeln, über Kosteneinsparungsprogramme nicht", sagt Erich Foglar, Bundesvorsitzender der GMTN. "Die Gewerkschaften stehen nach wie vor zu ihrem Grundsatz der solidarischen Lohnpolitik. Die Abgeltung der Inflation für alle und darüber hinaus gewinnabhängige Einmalzahlungen in den Betrieben widersprechen diesem Grundsatz allerdings vollkommen."

"Die BetriebsrätInnen sind über dieses Ansinnen der Unternehmen in hohem Maß empört", berichtet Karl Proyer, Chefverhandler für die GPA. "Auch die Tatsache, dass die Unternehmen keinen Beitrag zur Qualifizierung ihrer Beschäftigten leisten wollen, versteht niemand. Die Unternehmen wollen hoch qualifizierte Beschäftigte, WKO-Präsident Leitl hält Brandreden für Weiterbildung in den Betrieben, aber konkrete Maßnahmen, wie die von uns geforderte einwöchige Bildungsfreistellung lehnen die Arbeitgeber ab. Das ist kein gutes Signal an die Kolleginnen und Kollegen."

Die BetriebsrätInnen haben bei den heutigen Versammlungen keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die Forderungen der Arbeitgeber ablehnen. "Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung versteht kein Mensch, warum man die Beschäftigten nicht in gerechter und nachhaltiger Form am Erfolg beteiligen will", berichtet Erich Foglar nach der BetriebsrätInnenkonferenz in Linz. Ab kommendem Montag werden die BetriebsrätInnen die Beschäftigten in den Betrieben über den Verhandlungsstand und die Forderungen der Unternehmen informieren. Ab 20. Oktober wird es Betriebsversammlungen geben, wo über den Ausgang bzw. Stand der Verhandlungen berichtet wird und gegebenenfalls Maßnahmen zur Durchsetzung der Forderungen der ArbeitnehmerInnen beschlossen werden.

ÖGB, 13. Oktober
2006 Nr. 682

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