Psoriasis - Eine medizinische Herausforderung

Wien (OTS) -

  • Psoriasis-Begleiterkrankungen sind Folgen der psychosozialen Situation
  • Moderne bio-immuntherapeutische Behandlungsformen
  • Die Situation der Betroffenen
  • Angebote für Betroffene: Welt-Psoriasis-Tag und www.comebackinsleben.at

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Rund 250.000 Österreicherinnen und Österreicher leiden im wahrsten Sinn des Wortes an Psoriasis (Schuppenflechte), einer chronisch-entzündlichen, nicht-ansteckenden Hauterkrankung. Nicht nur die mitunter sehr schmerzhaften und juckenden Hautveränderungen machen den Betroffenen zu schaffen, sondern vor allem anderen die weitreichenden psycho-sozialen Folgen des "anders Aussehens", welche wiederum auffallend häufig zu physischen Begleiterkrankungen führen können.

Begleiterkrankungen der Psoriasis sind Folgen der psychosozialen Situation

Im Rahmen des fünfzehnten Kongresses der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) wurde am 3. Oktober 2006 bei einer Sitzung des International Psoriasis Council ein Consensus über die häufigsten und auffälligsten Begleiterkrankungen (Komorbititäten) der Psoriasis beschlossen. Das zentrale Ergebnis war, dass viele klassische Zivilisationskrankheiten, die häufig mit sozialer Unterpriviligierung oder emotionalen Problemen Hand in Hand gehen, bei Psoriatikern deutlich überrepräsentiert sind. Beispiel dafür sind das Metabolische Syndrom, Typ II Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Leberentzündungen, also Krankheiten, die hauptsächlich durch Rauchen, Alkohol und falsche Ernährung ausgelöst werden.

"Aus diesen Beobachtungen lässt sich deutlich erkennen, dass an der sozialen Situation von Psoriasis-Patienten gearbeitet werden muss," erläutert Dr. Nicole Selenko-Gebauer von der Spezialambulanz für Bioimmuntherapie am AKH Wien. "Da offensichtlich viele Betroffene ausgegrenzt werden bzw. sich ausgegrenzt fühlen, jedenfalls mit ihrem Leben und ihren sozialen Möglichkeiten unglücklich sind, flüchten viele aus diesem Grund in ungesunden Lebenswandel, mit allen negativen gesundheitlichen Folgen. Ich rufe alle Ärzte auf, bei der Behandlung der Psoriasis gemäß der Idee unseres akademischen Grades "Doktor der gesamten Heilkunde" zu agieren: Welche Auswirkungen hat die Erkrankung auf den gesamten Menschen? Welche Interventionen wie Beratungsgespräche, Vermittlung zu einer Selbsthilfegruppe und Angebote einer Psychotherapie könnten notwendig sein, um Folgeerkrankungen zu verhindern?"

Biologicals - als Langzeittherapie möglich

Derzeit ist eine vollständige Heilung der Schuppenflechte nicht möglich, jedoch gibt es moderne Therapien, die den Patienten sehr gut helfen können. Das Ziel einer Psoriasis-Behandlung ist die Milderung von Dauer und Intensität der Schübe. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird individuell therapiert, wobei zu den konventionellen Therapien topische Therapien (Salben und Cremen), Phototherapien und systemische Therapien (Tabletten oder Injektionen) zählen. Bei mittlerer bis schwerer Psoriasis ist die neueste Generation der Behandlungsoptionen die Therapie mit Biologicals: die neuen Medikamente, die direkt in den gestörten immunologischen Prozess der Erkrankung eingreifen. Biologicals werden angewendet, wenn herkömmliche Therapien nicht möglich sind, nicht vertragen werden oder keine Erfolge gebracht haben. "Diese Wirkstoffe sind so gut verträglich, dass sie für einen Langzeiteinsatz geeignet sind. Mit den Biologicals kann den Patienten ein großes Stück Lebensqualität gegeben werden, denn bei allen anderen Methoden war es nie möglich exakt zu sagen, wann die Beschwerden wieder auftreten werden - sein Leben so zu planen ist manchmal extrem schwierig", zeigt Selenko-Gebauer die Vorteile dieser Medikamente.

Situation der Betroffenen

Das äußere Erscheinungsbild mit teils sehr großflächigen roten, schuppenden Hautarealen führt häufig dazu, dass sich Betroffene entstellt fühlen. Viele Psoriatiker erleben Ausgrenzung und Stigmatisierung durch die Gesellschaft wegen ihres Aussehens und erleiden dadurch einen enormen Verlust an Lebensqualität. Die Erkrankung greift in viele Bereiche des Lebens ein, von der psychischen und mentalen Beeinträchtigung bis hin zu massiven Problemen im sozialen und beruflichen Bereich. Zudem gestaltet sich die Suche nach einer individuell optimalen Therapie oft sehr langwierig, Psoriatiker probieren aufgrund des großen Leidensdruck sehr viel aus. Die Behandlung mit Biologicals könnte vielen Patienten Linderung verschaffen, jedoch wird die Therapie derzeit nur in einigen Zentren angeboten und die hohen Kosten von der Krankenkasse nur bei Erfüllung bestimmter Bedingungen übernommen. "Wir fordern daher die bestmögliche Behandlung und uneingeschränkter Zugang zu den jeweils auf den betroffenen Patienten zugeschnittenen Medikamenten. Durch die Anwendung von Biologicals ist die Lebensqualität der Betroffenen wesentlich verbessert", so Renate Reichl, Obfrau der Selbsthilfegruppe PSO Austria.

PSO-Austria veranstaltet am 29. Oktober 2006 in Zusammenarbeit mit den Sponsoren des Welt-Psoriasis-Tages und unter dem Ehrenschutz der Gesundheitsstadträtin von Wien, einen Patiententag Schuppenflechte, wo Betroffenen, Angehörigen und Interessierten die Möglichkeit geboten wird, sich über Psoriasis und Psoriasis-Arthritis zu informieren. Veranstaltungsort ist der Skydome des Wiener Hilfswerks in der Schottenfeldgasse 29, im 7. Bezirk.

Psoriasisplattform: Comeback ins Leben

Das Pharmaunternehmen Wyeth-Lederle hat gemeinsam mit führenden Dermatologen die Initiative Comeback ins Leben gegründet, die Betroffene dabei unterstützen soll, ihre Krankheit bestmöglich zu meistern. Comeback ins Leben - www.comebackinsleben.at - ist eine Informationsplattform, die Psoriasis-Patienten, ihren Angehörigen und Freunden sowie allen Interessierten umfangreiche Informationsmöglichkeiten bietet. Auf der Website sind Informationen rund um das Thema Psoriasis zu finden - alles über die Erkrankung und ihre Therapie, die neuesten Forschungsergebnisse sowie viele nützliche Tipps und Tricks. "Wir wollen Psoriatikern damit den Weg zurück in ein unbeschwerteres, aktiveres Leben erleichtern. Gleichzeitig soll damit die breite Öffentlichkeit informiert werden, um gegen die Ablehnung und das Unverständnis, das den Betroffenen oft entgegengebracht wird, vorzugehen", erklärt Mag. Christoph Sauermann, Geschäftsführer von Wyeth-Lederle Pharma.

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