GPA stellt neue Betreuungsform im Handel vor

Sämtliche 250 Filialen des Textil-Diskonters KiK an einem Tag besucht

Wien (GPA/ÖGB) - Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Wolfgang Katzian, stellte heute bei einer Pressekonferenz eine völlig neue gewerkschaftliche Betreuungsform für den Handel vor. An einem Tag werden alle 250 Filialen des Unternehmens von BetriebsrätInnen verschiedenster Branchen besucht und die Beschäftigten über ihre Rechte aufgeklärt.++++

Die Arbeitsverhältnisse beim Textil-Diskonter KiK sind, so wie in vielen Bereichen des österreichischen Einzelhandels, von sehr widrigen Bedingungen geprägt.

Hinzu kommt, dass durch die Gegenwehr der Geschäftsführung die Wahl eines Betriebsrates wesentlich erschwert wird. Somit haben die Beschäftigten keine Möglichkeit, auf betrieblicher Ebene ihre Interessen nachhaltig zu vertreten. Wie in allen Filialbetrieben ohne Betriebsrat ist auch bei KiK der Informationsstand der Beschäftigten über ihre Rechte sehr niedrig.

Da von Seiten der Geschäftsführung keine Bereitschaft besteht, in einem Dialog mit Gewerkschaft und Betriebsrat die Probleme der Beschäftigten zu lösen, hat sich die GPA entschlossen, direkt an die Angestellten des Unternehmens heran zu treten. Ab heute besuchen Teams der GPA in ganz Österreich regelmäßig alle 250 Filialen der Textil-Diskont-Handelskette, treten mit den Beschäftigten in Kontakt, versorgen sie mit Informationsmaterial und klären sie über ihre Rechte als Angestellte auf. Eine völlig neue Qualität der Betreuung ist dabei, dass BetriebsrätInnen der GPA aus den unterschiedlichsten Branchen diese Filialbesuche durchführen und in einer "Partnerschaft" eine dauerhafte Betreuung der Beschäftigten übernehmen. Somit stellen erfahrene BetriebsrätInnen z.B. aus der Industrie oder dem Finanzsektor den Handelsangestellten ihre langjährige Kompetenz und Erfahrung zur Verfügung.

"Diese Aktion ist ein gutes Bespiel dafür, dass die gemeinsame organisatorische Betreuung und Vernetzung von Branchen aus Industrie und Dienstleistungen sinnvoll und zukunftsorientiert ist. Es geht um die praktische Erprobung eines Informations- und Betreuungsmodells nahe am Mitglied. Die Erfahrungen sollen auch in die laufende ÖGB-Reformdebatte einfließen", so der Vorsitzende der GPA, Wolfgang Katzian.

"Wir fordern die Unternehmensführung von KiK auf, in einen Dialog mit der GPA einzutreten und die Wahl eines Betriebsrates im Unternehmen zu unterstützen. Sollte dieser Dialog weiterhin verweigert werden, wird die GPA weitere Aktionen starten, die sich dann an die KundInnen von KiK und die breite Öffentlichkeit richten werden", so Katzian abschließend.

ÖGB, 11. Oktober
2006 Nr. 678

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