ZIT-Call steigert Frauenanteil in der betrieblichen Forschung

Frauen in der Forschung: hoch qualifiziert, aber unterrepräsentiert; F&E-Projekte bis zu 500.000 Euro gefördert

Wien (OTS) - Der Förderwettbewerb (Call) FemPower Vienna 2007
wurde heute eröffnet. Bereits zum zweiten Mal führt das ZIT Zentrum für Innovation und Technologie, die Technologieagentur der Stadt Wien, diese Maßnahme zur Unterstützung von Frauen in der betrieblichen Forschung durch. Bis zum 25. Jänner 2007 können Wiener Unternehmen unter http://www.zit.co.at/ ihre F&E-Projekte einreichen. Durch die Bereitstellung von 1,5 Mio. Euro für Projekte aus allen Technologiebereichen, die entweder unter der Leitung oder unter wesentlicher Mitwirkung von Frauen durchgeführt werden, soll nicht nur die betriebliche Forschung & Entwicklung gestärkt, sondern die Einbindung von Frauen bei der Umsetzung von unternehmerischen Forschungsprojekten nachhaltig gestärkt werden. Eine in Österreich wichtige Maßnahme wie die folgenden Zahlen untermalen.

Mit einem Frauenanteil von 11% in der betrieblichen Forschung liegt Österreich deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 18%. "Offenbar gibt es hier immer noch massive kulturelle Widerstände, die einem Vordringen von Frauen in forschungs- und technologieintensive Unternehmen im Weg stehen. Das verstehen wir als Auftrag in diesem Bereich verstärkt aktiv zu sein", so Mag.a Edeltraud Stiftinger, Geschäftsführerin der ZIT Zentrum für Innovation und Technologie GmbH.

Die Unterrepräsentanz von Frauen in diesem Beschäftigungssegment bedeutet nicht nur, dass Frauen individuelle Karriereoptionen vorenthalten werden, sondern dass ein hoch qualifiziertes Arbeitskräftepotenzial derzeit weitgehend ungenützt bleibt.****

Dass das entsprechende weibliche Potenzial vorhanden wäre, belegen die Studienabschlusszahlen von immerhin bis zu 50% weibliche Graduierte in den Bereichen Naturwissenschaft, Mathematik, Computerwissenschaft und im Life Sciences-Bereich. Trotz des steigenden Bedarfs an qualifizierten Arbeitskräften für die betriebliche Forschung ist es bisher nicht bzw. nur schwer gelungen, Frauen vermehrt in dieses Arbeitsfeld zu integrieren.

Das ZIT, ein Unternehmen des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), führte den ersten Call zur Unterstützung von Forscherinnen in Unternehmen bereits 2004 durch. Damals konnten neun F&E-Projekte mit insgesamt EUR 1,9 Mio. gefördert werden. Das ZIT war damit die erste Förderinstitution Österreichs, die die Repräsentanz von Frauen in Forschungsprojekten unterstützte. Wien nahm damit die Vorreiterrolle bei der Erschließung dieses Themas ein. Das Spektrum der damals geförderten Projekte reichte von der Entwicklung von Impfstoffen über innovative Verfahren zur Hautkrebsdiagnose bzw. -therapie bis hin zu in Bekleidung integrierten Telekommunikationsprodukten. Im Sinn der Nachhaltigkeit wird diese erfolgreiche Fördermaßnahme mit dem aktuellen Call fortgesetzt.

Aufholbedarf für Österreich im europäischen Vergleich

In der Europäischen Union waren im Jahr 2003 1,44% der beschäftigten Bevölkerung im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Während Österreich und Deutschland sich mit rund 1% im Mittelfeld bewegen, liegen Island und Finnland mit mehr als 2% an der Spitze der europäischen Staaten. In Rumänien, Zypern, der Türkei und Bulgarien machen ForscherInnen nur noch weniger als 0,5 % der arbeitenden Bevölkerung aus.

Frauen in der Forschung schneiden im europäischen Durchschnitt besonders schlecht ab. Der Prozentsatz der Forscherinnen in der EU liegt bei gerade mal 29%, doch hier schwanken die Zahlen der Länder enorm. Während Lettland mit 53% den höchsten Anteil von Forscherinnen in der EU stellt, gefolgt von Litauen, Bulgarien und Portugal mit immerhin noch 44%, weisen Länder wie Luxemburg, Deutschland und Österreich 20% und weniger Frauenanteil im F&E Bereich auf.

Europa hat vor allem bei der betrieblichen Forschung Aufholbedarf: Während in den USA 80% aller Forschung in Betrieben stattfindet, sind es europaweit nur 48%, in Österreich überhaupt nur 40,1% (Stand 2002).

Im europäischen Durchschnitt liegt der Frauenanteil in der betrieblichen Forschung und Entwicklung bei 18%. Auch hier sind Lettland (54%) und Bulgarien mit rund 50% Frauenanteil die Vorreiter, während die Niederlande, Österreich und Deutschland mit lediglich 9-11% das Schlusslicht bilden. (Schluss) sj

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