Verfassungsdienst bestätigt SP-Rechtsgutachten: Keine Männer-Bevorzugung an Pflichtschulen

Frais: "Enzenhofer hat Prüfergebnis bis nach den Wahlen hinausgeschoben"

Linz (OTS) - "Aufgrund rechtlicher und inhaltlicher Bedenken hat
der SP-Landtagsklub den Enzenhofer- und Gehrer-Vorstoß zur Bevorzugung männlicher Lehrer an Pflichtschulen prüfen lassen. Das Ergebnis war deutlich: Eine solche Vorgehensweise wäre nur durch Änderung des Bundesgesetzes möglich - und selbst dann bestehen noch EU-rechtliche Bedenken. Enzenhofer und Gehrer hingegen waren der irrigen Meinung, ihr Vorschlag könne einfach durch Beschluss des Landesschulratskollegiums umgesetzt werden", informiert SP-Klubobmann Dr. Karl Frais. Nach drei Monaten hat nunmehr Enzenhofer das Prüfergebnis des Landesverfassungsdienstes vorgelegt, welches das SP-Gutachten als plausibel und nachvollziehbar klar bestätigt.

Bildungspolitik müsse auf seriösen Grundlagen erfolgen und inhaltlich zielgerichtet sein, betont der SP-Klubobmann. "Schnellschüsse und Alibiaktionen lehne ich ab. Die vorrangige Einstellung von Männern in Pflichtschulen war so ein Schnellschuss. Ohne die Konsequenzen ausreichend zu bedenken wurden von hohen Bildungsfunktionären wie Enzenhofer und Gehrer öffentlich Pläne verkündet, die nicht rechtskonform waren. Außerdem ist die Männer-Bevorzugung nicht geeignet, den Männer-Anteil unter den Pflichtschullehrern nachhaltig zu heben. Das Problem besteht vielmehr darin, dass sich zu wenige Männer für diesen Beruf bewerben. Deshalb müssten die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit als Pflichtschullehrer verbessert werden, etwa durch eine vollakademische Ausbildung und zusätzliche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten".

Die ÖVP habe auch beim Wechsel von den Pädagogischen Akademien zu den Pädagogische Hochschulen schwere Fehler begangen. "Anstatt einen großen Wurf in der Lehrer-Ausbildung zu erzielen, wurden die Ausbildungsstätten im Wesentlichen nur umbenannt und parteipolitisch vereinnahmt. Die fehlende akademische Durchlässigkeit zu den Universitäten ist einer der gröbsten Mängel, den die ÖVP zu verantworten hat. Deshalb ist sie auch selbst für den weiterhin bestehenden Mangel an männlichen Pflichtschullehrern verantwortlich".

Bildung müsse einer der ersten Bereiche sein, welche die neue österreichische Bundesregierung zu reformieren habe, stellt Frais klar. "Der Rücktritt von Gehrer ist zwar richtig, aber er kommt für die Erneuerung des österreichischen Bildungssystems um Jahre zu spät. Es gilt daher nun mit klar definierten Bildungszielen dem österreichischen Bildungssystem den notwendigen Modernisierungsschub zu verleihen".

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (o732) 7720-11313

SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS40001