Provisionsgier: Finanzberater rät zur überhöhten Kreditaufnahme

AKNÖ rät: Hochriskante Geschäfte auf keinen Fall mittels Kredit finanzieren!

Wien (AKNÖ) - Anfragen zu Finanzberatern zählen zu den häufigsten mit denen die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer konfrontiert werden.
Und immer wieder zeigt sich, dass Finanzberater oftmals mehr die eigene Provision im Sinn haben als eine objektive und maßgeschneiderte Beratung. Wie auch im Fall eines nö. Ehepaares, dem empfohlen wurde, den doppelten Betrag anstatt der tatsächlich benötigten Kreditsumme aufzunehmen, um so Gewinn zu lukrieren.

Ein Ehepaar hatte einen Finanzierungsbedarf von 25.000 Euro. Ein unabhängiger Finanzberater machte den Kreditnehmern ein scheinbar lukratives Angebot. Er riet dazu, einen 50.000 Euro Kredit aufzunehmen. Die 25.000 Euro solle das Ehepaar gleich erhalten und der restliche Betrag sollte gewinnbringend veranlagt werden. Dem Ehepaar schien dieses Angebot fragwürdig und es wandte sich richtigerweise an die AKNÖ-Konsumentenschützer. Diese haben das Angebot unter die Lupe genommen. Bei den 52.000 Euro, die der Kredit samt Zusatzkosten ausgemacht hätte, handelte es sich um einen Fremdwährungskredit. Die monatliche Rate hätte 130 Euro bei einer Laufzeit von 20 Jahren betragen. Martin Hofecker, AKNÖ-Finanzexperte erklärt: "Der Berater ging bei dieser Berechnung allerdings von der günstigsten Variante aus. Auf 20 Jahre hochgerechnet ist das allerdings nicht sehr realistisch."
Außerdem erwähnte er nicht, dass es sich bei der Veranlagung des restlichen Betrages um einen hochspekulativen, also hochriskanten Fonds handelte. Und da sollte man nur investieren, wenn man auch wirklich genug Geld zur Seite gelegt hat und sich darüber klar ist, dass man auch viel Geld verlieren kann. Eine Finanzierung eines derart hochspekulativen Geschäftes mittels Kredit zu empfehlen, ist nach Ansicht des Konsumentenschützers ein Skandal und zeigt deutlich, was manchem Finanzberater wirklich wichtig ist - nämlich der eigene Gewinn. Dazu Hofecker: "Der einzige, der von einem derartigen Abschluss profitiert, ist der Berater selbst. Denn er kassiert gleich zweimal eine Provision- einmal für die 50.000 Euro und dann noch einmal für das veranlagte Geld. Das nenne ich Provisionsmaximierung wie sie im Bilderbuch steht! Und das Beste daran ist, dass der Berater, wenn man ihn überhaupt so nennen kann, diese Vorgehensweise den Kunden als Gewinn verkaufen wollte."

Nur so viel Kredit aufnehmen wie notwendig Die Konsumentenschützer haben dem Ehepaar dringend davon abgeraten, auf das Angebot einzusteigen. Abschließend raten die AK-Experten: o Finanzieren Sie hochriskante Geschäfte niemals mit Kredit. o Lassen Sie sich auf keinen Fall vom Berater drängen! Bereiten und informieren Sie sich vor.

Rückfragehinweis. AKNö-Konsumentenberatung, Martin Hofecker, 05 7171-1311

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