Adolf Frohner: "Jeder wirft seinen eigenen Schatten"

Bilder und Skulpturen aus 40 Jahren sind in Eisenstadt in der Burgenländischen Landesgalerie, der "Galerie 1990" und dem ORF-Landesstudio Burgenland zu sehen

Eisenstadt (OTS) - Ein echtes Kunst-Mega-Event geht ab 17. Oktober 2006 in Eisenstadt über die Bühne: Gleich an drei Orten gleichzeitig werden in der burgenländischen Landeshauptstadt Bilder und Skulpturen des renommierten österreichischen Künstlers Adolf Frohner zu sehen sein. Die Vernissage der Ausstellung "Jeder wirft seinen eigenen Schatten" findet um 19.00 in der Burgenländische Landesgalerie durch Kulturlandesrat Helmut Bieler statt. Bereits vorher wird der Künstler persönlich ab 17.30 Uhr im ORF-Landesstudio Burgenland die dort gezeigten Bilder näher vorstellen und ab 21.00 Uhr geht’s von der Landesgalerie weiter in die "Galerie 1990" wo ebenfalls Frohners Tafelbilder und Skulpturen besichtigt werden können. Die Ausstellung von Adolf Frohner in der Landesgalerie umfasst einen Zeitraum von 40 Jahren künstlerischen Schaffens und sind hier bis zum 13. November 2006 zu sehen. Zur Ausstellung wird es auch einen Katalog geben.

Angefangen hat der Autodidakt Adolf Frohner bei Cézanne, dann wurde er vom Sog des Tachismus und Aktionismus erfasst, schuf Gerümpelplastiken und experimentierte mit sperrigen Stoffen, wie Matratzenhaar. Langsam löste sich aus dem Material wieder so etwas wie "Figur" heraus, Dubuffet trat in Frohners Blickfeld, das "art brut"-Phänomen, und entdeckte die Ästhetik des Hässlichen. Er pflegt eine Art düsteren Expressionismus und die Menschen, die er darstellt, sind keine Schönheiten.

Seine Stärke sind schräge Ansichten von schrägen Leuten und manchmal sind seine Arbeiten amorph geheimnisvoll. Es haftet an ihnen noch der Geruch von "Unten", aus dem sie dämonisch herausstiegen. Bedingt durch seine Konsequenz, seine Hingabe und das Eintreten für das Schwache, hat er Hässlichkeit nicht nur marktfähig gemacht, sondern schärfte den Blick für das Schöne des Alltags, das fernab der Illustriertenromantik gedeiht. Er ist aufmerksamer Beobachter und Visualisierer dessen, was auch anderen auffällt. Die seinen Bildern adäquate Betrachtungsweise ist kritisch-wohlwollend, anregend und verständnisvoll.

Illustriertenlesern oder Playboy-Konsumenten wird aber das, was Frohner aus ihren Idolen macht, ohnedies nicht gefallen können, so eine kurze Charakterisierung der Kunst von Adolf Frohner.
Der 1934 in Inzersdorf bei Wien geborene Adolf Frohner zählt heute zu den bedeutendsten figurativen Malern der Gegenwart. Von 1954 bis 1958 war er Gasthörer an der Akademie der bildenden Künste in Wien und gehörte zu den Wegbereitern des Wiener Aktionismus. Zusammen mit Hermann Nitsch und Otto Mühl fand im Jahr 1962 die "Einmauerungsaktion" statt, bei der die Künstler drei Tage lang in einem Keller ohne Nahrung schöpferisch tätig waren. Seit diesen frühen 60er Jahren werden die Werke Frohners in wichtigen Galerien und Museen der Welt gezeigt, so u.a. bei der Biennale in Venedig (1970) und 1993 im Künstlerhaus in Wien. 1972 wird Frohner als Professor an die Hochschule für angewandte Kunst berufen, wo er 1987 zum Dekan und von 1989-1991 zum Prorektor gewählt wurde. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit betätigte sich Frohner immer wieder auch als Kunstkritiker. Der Künstler, der heute in Wien und Niederösterreich lebt, wurde durch zahlreiche internationale Preise, u.a. den großen Ehrenpreis der Grafik Biennale Lüttich 1969 und den Preis der Grafik Biennale Buenos Aires 1971 ausgezeichnet. 1972 erhielt er den Österreichischen Staatspreis und 1999 wurde der Künstler mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst geehrt. Nach seiner ersten aktionistischen Werkphase und den Materialbildern, hat sich Frohner immer mehr auf die reine Malerei und auf Zeichnungen konzentriert. Die Themen seiner Bilder, hauptsächlich gefesselte und vergewaltigte Frauen als Sinnbilder der Gewalt, erinnern aber weiterhin an seine Anfänge im Aktionismus.

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