Geothermie - eine Zukunftstechnologie rollt den Markt auf

Neue Konzepte im Betonbau ermöglichen nachhaltige Energienutzung

Wien (OTS) - Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind zu einem entscheidenden Qualitätsfaktor am Bau geworden. "Mit Aufsehen erregenden Projekten, wie dem kürzlich fertig gestellten "Haus der Forschung" oder der in Bau befindlichen neuen Konzernzentrale der Energie AG Oberösterreich haben Österreichs Planer und Bauunternehmen deutliche Zeichen für eine Zeitenwende gesetzt, die auch eine Revolution in Technik und Ausführung von Bauwerken mit sich bringt", beschreibt der Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie VÖZ, DI Felix Friembichler einen Trend, der die gesamte Bauwirtschaft erfasst hat.

Innovative Baukonstruktion liefert Beitrag zu Klimaschutz Maßnahmen die dem Klimaschutzgedanken zum Durchbruch verhelfen und neue Technologien sind vor allem im Baubereich dringend nötig. Gab es früher die Verbrauchsspitzen beim Energiekonsum allein im Winter, zeichnen sich derzeit durch den hohen Strombedarf von Klimaanlagen bereits Sommermaxima ab. Friembichler: "Hier greifen neue Technologien und moderne Planung ein und ermöglichen inzwischen selbst große Bürohäuser mit Passivhausstandard."

Best Practice-Beispiele zeigen hohes Niveau der österreichischen Planer

Damit moderne Gebäude derartige Qualitäten erlangen können, müssen die eingesetzte Technologie und die Gestaltung des Baukörpers optimal zusammenwirken. Ein Beispiel dafür ist das neue Haus der Forschung, das im September in Wien eröffnet wurde.
Alle Büroräume werden durch eine Bauteilkühlung im Sommer temperiert. Dazu sind in den Betondecken Kunststoffrohre verlegt. Die Bauteile werden nachts mit Kaltwasser durchströmt und somit gekühlt. Die massive Betondecke gibt diese gespeicherte Kühle tagsüber gleichmäßig ab - ohne Zugluft und geräuschlos. Die Raumtemperaturen pendeln im natürlichen Tag-Nacht-Wechsel auch bei Hitzeperioden wie im Juli 2006 auf sehr angenehmem Temperaturniveau zwischen 22 GradC und 26 GradC.

Erdwärmenutzung bringt regenerative Energie aus dem Untergrund

Die Nutzung der Erdwärme mittels Wärmepumpen eröffnet ein neues, enormes und bisher viel zu wenig genutztes Energiepotenzial. Im Schnitt nimmt die Temperatur ab der Erdoberfläche pro 100 m Tiefe um etwa 3 GradC zu, sodass eine außerordentliche Wärmemenge zur Verfügung steht, erklärte Univ.-Doz. Dietmar Adam beim Expertenforum Beton, am 10. Oktober 2006. Mit entsprechenden Wärmetauschern über Bohrungen, flächig verlegte Rohre oder Fundamente mit einbetonierten Kühlschlangen kann dieses Potenzial nutzbar gemacht werden. Adam:
"Auf einer Fläche von nur 20 m2 wird von der Sonne mehr Energie eingetragen, als ein gut gedämmtes Einfamilienhaus für die Beheizung und Brauchwassererwärmung benötigt."

Beton - Temperierung die beste Lösung für moderne, energieeffiziente Bauten

Als "sanfte Kühlung" gilt derzeit die so genannte Beton-Temperierung von Häusern - eine der besten Möglichkeiten Gebäude energiesparend zu klimatisieren. Die Beton- Temperierung beruht auf der Nutzung der Speichermasse von Betonteilen, beispielsweise massive Decken. In diese werden Leitungen verlegt, durch die Wasser gepumpt werden kann. Im Sommer werden die Bauteile gekühlt und geben dann diese Kühle langsam an die Räume ab. Im Winter wird das Prinzip umgekehrt, die Betonbauteile können zur Heizung gewärmt werden.

Technologisches Zentrum der Nutzung nachhaltiger Energie aus der Umwelt ist die Kombination von Bauweise, Wärmepumpe und Energiequelle. Erst damit können bisher brach liegenden Potenziale erschlossen werden. Derzeit werden Wärmepumpen im Wohnbereich primär zum Heizen in Verbindung mit den üblichen Warmwasser-Verteilsystemen eingesetzt. Jedoch kann, bei einer innovativen Einbindung in die Haustechnikanlage, durch die Wärmepumpe auch die Wärme- und Kältebereitstellung in einem Wohn-, Büro- oder Gewerbebau erfolgen.

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten, wenn keine großen Temperaturunterschiede überwunden werden müssen. Daher eignen sie sich vor allem für Niedertemperaturheizungen, die geringe Vorlauftemperaturen benötigen und zum Ausgleich große Flächen erwärmen. Optimal dafür geeignet sind massive Betonbauteile, die aufgrund ihrer Masse und Leitfähigkeit große Wärmemengen aufnehmen und langsam wieder abgeben können. Daher ist das Prinzip der Beton-Temperierung die beste Lösung für moderne energieeffiziente Bauten.

Erstes Bürohochhaus mit Passivhauscharakter

Mit dem im Bau befindlichen Power Tower, der 75 Meter hohen, 19-geschossigen neuen Konzernzentrale, läutet die Energie AG Oberösterreich ein neues Zeitalter in Sachen Energieeffizienz von Büro-Großbauten ein. Der Power Tower wird das weltweit erste Bürohochhaus sein, das mit Passivhauscharakter errichtet wird. Die neue Konzernzentrale wird ohne Fernwärmeanschluss auskommen und auf den Einsatz von fossilen Energieträgern für Heizung und Kühlung verzichten können. Energie wird aus der Erde und dem Grundwasser gewonnen bzw. mit einem Sonnenkraftwerk an der Fassade erzeugt.

Moderne Haustechnik zur nachhaltigen Nutzung der Energie

Obwohl die Haustechnik im Power Tower ein gesundes und angenehmes Raumklima schaffen wird, kann der Energieaufwand für Heizung und Kühlung auf ein Minimum reduziert werden. Die gesamte Haustechnik verbraucht nur halb so viel Energie wie herkömmliche Technik in einem Gebäude vergleichbarer Größe. Herzstück das Power Towers ist aber die Energieaufbringung. Die Innovation dabei liegt vor allem in der Kombination von bereits erprobten Technologien mit technischen Neuerungen. Heizung, Kühlung und Lüftung des Bürohauses werden mit einer kombinierten Wärmepumpen-Anlage erfolgen. Genutzt werden die Erde, das Grundwasser und die Sonne.

Betonfundamente liefern Energie für Heizung und Kühlung

Für die Heizung und Kühlung wird dafür die Energie mit 46 Tiefsonden, die jeweils 150 Meter in den Boden reichen und den 90 Fundamentpfählen mit einer Länge von je zehn Metern aus der Erde bezogen. Das besondere daran ist, dass die im Sommer beim Kühlbetrieb anfallende Wärme wieder ins Erdreich zurückgepumpt wird und somit im Winter zum Heizen genutzt werden kann.

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